ANZEIGE

OMV beendet Gasliefervertrag mit Gazprom

Österreich setzt auf Energieunabhängigkeit und alternative Gasquellen nach Lieferstopp aus Russland

2 Min
OMV beendet Gasliefervertrag mit Gazprom

Der österreichische Energiekonzern OMV hat seinen langfristigen Gasliefervertrag mit dem russischen Unternehmen Gazprom beendet. Der ursprünglich bis 2040 laufende Vertrag wurde aufgrund „mehrerer grundlegender Vertragsverletzungen“ gekündigt, wie das Unternehmen mitteilte. Diese Entscheidung ist sofort wirksam. Bereits seit Mitte November erhält die OMV kein Erdgas mehr von Gazprom. Der Lieferstopp resultierte aus einem Streit über fehlende Gaslieferungen in Deutschland im September 2022. Die OMV war einer der letzten großen Abnehmer von russischem Pipeline-Gas.

Ein Schiedsgericht sprach der OMV kürzlich Schadenersatz in Höhe von 230 Millionen Euro zu, den das Unternehmen mit laufenden Gaslieferungen von Gazprom verrechnen wollte. Dies führte zu Spannungen und letztendlich zum Lieferstopp. Österreich bezieht jedoch weiterhin russisches Gas über die Ukraine. Der Transitvertrag zwischen Russland und der Ukraine endet jedoch voraussichtlich zum Jahresende und wird möglicherweise aufgrund des Krieges nicht verlängert.

Die OMV versicherte, dass die Versorgungssicherheit nicht gefährdet sei. Der Konzern greife auf ein diversifiziertes Portfolio alternativer Gasquellen zurück, einschließlich eigener Produktion in Norwegen und Österreich, externer Gasproduzenten sowie Flüssiggas. Die Gasspeicher der OMV sind derzeit zu 85 Prozent gefüllt, was die Belieferung aller Kunden ermöglicht. Vorstandschef Alfred Stern hob hervor, dass das Unternehmen in der Lage sei, die Versorgung zu gewährleisten.

Die Beendigung des Vertrags wurde auch politisch begrüßt. Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer erklärte, dass Russland versucht habe, Energie als Waffe einzusetzen, was jedoch nicht funktioniert habe. Energieministerin Leonore Gewessler betonte, dass dieser Schritt ein notwendiger Beitrag zur Energieunabhängigkeit des Landes sei. Der Vertrag mit Gazprom, der 2006 abgeschlossen wurde, war in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten, insbesondere wegen der Verpflichtung, das Gas unabhängig von der Abnahme zu bezahlen. Dies widersprach dem Ziel der EU, die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren.

Die OMV plant, ihre Energieversorgung langfristig durch nachhaltigere und diversifizierte Quellen zu sichern. Der Schritt wird als bedeutender Meilenstein in der Strategie zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und insbesondere von russischem Gas gewertet.

OMVGazprom Gas

Meistgelesene News

  1. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  2. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  3. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  4. Talon Metals gibt Pläne für Erzverarbeitung in North Dakota auf
  5. Gasspeicher für Winter gefüllt: Entwarnung trotz niedriger Füllstände

Disclaimer