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OPEC+ berät über weitere Verzögerung von Fördererhöhungen

Schwache Nachfrage und steigende Produktion belasten geplante Schritte zur Marktstabilisierung

2 Min
OPEC+ berät über weitere Verzögerung von Fördererhöhungen

Saudi-Arabien, Russland und Kasachstan haben vor dem anstehenden OPEC+-Treffen am Wochenende Gespräche geführt, um die zukünftige Förderpolitik der Gruppe zu besprechen. Wie die saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete, tauschten sich der saudische Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman, der kasachische Energieminister Almasadam Satkaliyev und der russische Vizepremierminister Alexander Nowak in einem Telefongespräch aus. Ziel des Gesprächs war es, die Einhaltung der freiwilligen Produktionskürzungen innerhalb der OPEC+-Gruppe zu betonen.

Die OPEC+, die etwa die Hälfte des weltweiten Erdöls produziert, hatte ursprünglich geplant, die bestehenden Kürzungen schrittweise bis 2024 und 2025 zurückzunehmen. Doch die schwache Nachfrage aus China und weltweit sowie die steigende Förderung außerhalb der Gruppe haben die Umsetzbarkeit dieser Pläne in Frage gestellt. Bereits im November wurde beschlossen, eine ursprünglich für Dezember geplante Fördererhöhung auf Ende Dezember zu verschieben. Nun stehen weitere Verzögerungen im Raum, wobei Experten von Commerzbank davon ausgehen, dass die Erhöhung frühestens Ende des ersten Quartals 2025 erfolgt.

In dem Gespräch zwischen den Energieministern und Nowak wurde die Notwendigkeit betont, die vereinbarten freiwilligen Produktionskürzungen streng einzuhalten. Auch eine Kompensation für Überproduktionen wurde als wichtiger Aspekt hervorgehoben. Zuvor hatte Nowak den irakischen Premierminister Mohammed Schia al-Sudani in Bagdad getroffen, was auf eine verstärkte diplomatische Koordination innerhalb der OPEC+ hinweist.

Die freiwilligen Kürzungen der OPEC+, die 5,86 Millionen Barrel pro Tag umfassen – etwa 5,7 % der globalen Nachfrage –, wurden seit 2022 in mehreren Schritten beschlossen, um den Markt zu stabilisieren. Dennoch blieb der Preis für Brent-Öl 2024 in einer Spanne von 70 bis 80 US-Dollar pro Barrel und erreichte im September ein Jahrestief von unter 69 US-Dollar. Aktuell liegt der Preis unter 73 US-Dollar.

Die Einhaltung der Kürzungen und die damit verbundene Drosselung der Fördermengen durch Länder wie Irak, Kasachstan und Russland haben laut Goldman Sachs eine begrenzte, aber positive Wirkung auf die Preise. Die Bank erwartet, dass Saudi-Arabien die Produktionskürzungen aufgrund der jüngsten Preisrückgänge bis April 2025 verlängern wird.

Im Mittelpunkt der anstehenden OPEC+-Sitzung steht die Entscheidung über die Förderpolitik für die ersten Monate des Jahres 2025. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden entscheidend sein, um die künftige Marktentwicklung zu beeinflussen und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage zu wahren.

OPEC+RusslandSaudi ArabienKasachstan Ölförderung

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