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Österreich beendet Gashandel mit Gazprom abrupt

OMV nutzt Schiedsspruch, um Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren

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Österreich beendet Gashandel mit Gazprom abrupt

Die langjährige Beziehung zwischen dem österreichischen Energiekonzern OMV und dem russischen Gaslieferanten Gazprom fand jüngst ein abruptes Ende. Auslöser war die Entscheidung der OMV, russisches Gas im Wert von 230 Millionen Euro als Zahlung zur Deckung eines Schiedsspruchs einzubehalten. Dieser Betrag resultierte aus einer Entscheidung eines deutschen Gerichts, das OMV im Zusammenhang mit unregelmäßigen Gaslieferungen zugunsten des österreichischen Unternehmens zugesprochen wurde. Kurz nach dieser Maßnahme stellte Gazprom die Gaslieferungen an OMV ein. Gazprom betrachtet die Einbehaltung des Gases als Nichtzahlung und wertet dies als Vertragsverletzung.

Die Beziehung zwischen OMV und Gazprom reicht bis ins Jahr 1968 zurück. OMV hatte über Jahrzehnte hinweg russisches Gas bezogen und war auch nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs einer der wenigen verbliebenen europäischen Abnehmer. Der Vertrag zwischen den beiden Unternehmen sollte ursprünglich bis 2040 laufen und beinhaltete eine sogenannte "Take-or-Pay"-Klausel, die OMV verpflichtete, für vereinbarte Gaslieferungen zu zahlen, auch wenn diese nicht abgenommen wurden. Dennoch signalisiert der aktuelle Schritt der OMV den Versuch, sich endgültig von russischen Gasimporten zu lösen.

Die Entscheidung der OMV fiel vor dem Hintergrund, dass die Ukraine angekündigt hat, ab Januar 2024 keine russischen Gastransite mehr zuzulassen. Gazprom wiederum hat auf die Lieferunterbrechung mit einem Anstieg der Verkäufe an die Slowakei reagiert. Es wurde bekannt, dass die Slowakei russisches Gas an österreichische Käufer weiterverkauft, ein bislang unbeachteter Aspekt in der aktuellen Entwicklung. Weder Gazprom noch OMV äußerten sich zu dieser indirekten Lieferkette.

Die österreichische Regierung, die 31,5 % an der OMV hält, unterstützt Sanktionen gegen Russland und strebt langfristig eine Reduktion der Abhängigkeit von russischem Gas an. Kanzler Karl Nehammer beschuldigte Russland, Energie als Waffe einzusetzen, während Energieministerin Leonore Gewessler betonte, die Regierung werde Rahmenbedingungen schaffen, um einen vollständigen Ausstieg aus russischen Gasverträgen zu ermöglichen. Trotz politischer Neutralität zeigt Österreich zunehmend Spannungen in den Beziehungen zu Russland.

Neben den Entwicklungen im Energiesektor steht auch die österreichische Bank Raiffeisen unter Druck. Sie hat etwa fünf Milliarden Euro in Russland, die durch rechtliche Streitigkeiten eingefroren sind. Gleichzeitig kämpft Kanzler Nehammer nach der letzten Wahl weiterhin um die Bildung einer Koalitionsregierung.

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