USA drängen EU auf Methanregelung für LNG-Importe
Standardangleichung soll Handel sichern und künftige Deregulierung abfedern

Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden hat die Europäische Union gebeten, sicherzustellen, dass Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA, die den US-Standards für Methanemissionen entsprechen, automatisch die europäischen Importstandards erfüllen. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das von Beamten der US-Energie- und Umweltbehörden verfasst wurde. Durch die Angleichung der Methanstandards zwischen den USA und der EU soll die wachsende Handelsbeziehung für LNG zwischen den beiden Regionen gesichert werden. Dies wäre besonders wichtig, falls die Regelungen der Biden-Administration, die auf eine Reduktion von Methanemissionen abzielen, von der künftigen Regierung unter Donald Trump aufgehoben werden sollten.
In einem Schreiben vom 28. Oktober, wenige Tage vor Trumps Wahlsieg am 5. November, äußerten die Beamten den Wunsch, Gespräche über die Standardangleichung zeitnah zu beginnen. Unterzeichnet wurde das Schreiben von Brad Crabtree, dem Leiter des Bereichs fossile Energien im US-Energieministerium, und Joe Goffman, dem Leiter des Luftreinhalteprogramms der US-Umweltschutzbehörde (EPA). Das Schreiben war an Ditte Juul Jørgensen, die oberste Energiebeamtin der Europäischen Kommission, gerichtet. Ein Sprecher der Europäischen Kommission hat bislang nicht auf die Anfrage reagiert.
Derzeit ist die USA der weltweit größte Produzent von Öl und Gas, und ihre LNG-Exporte sind nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stark gestiegen, da europäische Länder ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen verringern. Methan, der Hauptbestandteil von Erdgas und LNG, ist ein besonders potentes Treibhausgas. Über 150 Länder, darunter die USA und Mitgliedstaaten der EU, haben sich dazu verpflichtet, die Methanemissionen bis zum Ende des Jahrzehnts um 30 Prozent zu senken, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.
Im Mai hatte die EU eine Regelung beschlossen, die ab 2030 Grenzwerte für Methanemissionen bei Öl- und Gasimporten vorschreibt. Diese Maßnahme zwingt internationale Lieferanten, Lecks des schädlichen Gases entlang der Produktions- und Transportkette zu minimieren. Die genauen Anforderungen und Kriterien für die Einhaltung der EU-Standards sind jedoch noch nicht festgelegt worden. Unterdessen hat die Biden-Regierung im vergangenen Jahr strengere Vorschriften gegen Methanemissionen in den USA verabschiedet. Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) hat am Dienstag eine Methanabgabe für große Methanlecks in Öl- und Gasanlagen finalisiert.
Der künftige Präsident Trump plant, zahlreiche Regulierungen der Biden-Administration aufzuheben, darunter auch die Methanvorschriften. Trump kündigte kürzlich an, den ehemaligen New Yorker Abgeordneten Lee Zeldin als Leiter der EPA zu ernennen, der für zügige Deregulierungsmaßnahmen sorgen soll.
