Russland offen für weiteren Gastransit durch Ukraine
Europäische Länder und Kiew müssen Bedingungen klären, um Versorgung zu sichern

Der russische Vizepremierminister Alexander Nowak erklärte, Moskau sei bereit, Europa weiterhin über die Ukraine mit Gas zu versorgen. Diese Fortsetzung hänge jedoch von einer Einigung zwischen Kiew und den beteiligten europäischen Staaten ab. Das aktuelle Transitabkommen läuft zum Jahresende aus, weshalb eine rasche Entscheidung erforderlich sei, um mögliche Versorgungsunterbrechungen zu vermeiden. Nowak, der für die Energiepolitik Russlands zuständig ist, äußerte sich am Rande des Valdai-Forums im Schwarzmeer-Kurort Sotschi. Er betonte, dass seiner Meinung nach die europäischen Länder, die aktuell Gas durch diese Transitroute erhalten, ein großes Interesse an einer Fortführung der Zusammenarbeit hätten.
Die Bedeutung Russlands als Energielieferant für Europa ist in den letzten Jahren jedoch deutlich zurückgegangen. Russland transportierte 2023 etwa 15 Milliarden Kubikmeter Gas durch die Ukraine, was lediglich 8 % der Höchstwerte entsprach, die in den Jahren 2018 und 2019 über verschiedene Routen nach Europa geliefert wurden. Die Pipeline durch die Ukraine stellt also nur noch einen kleinen Teil der gesamten Gasversorgung dar.
Die Verhandlungen über eine Verlängerung des Abkommens werden durch die angespannten politischen Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine erschwert. Die Ukraine lehnt es derzeit ab, den Vertrag zu erneuern, was auf die anhaltende militärische Invasion durch Russland zurückzuführen ist.
