ANZEIGE

Klimagipfel in Aserbaidschan: Scharfe Kritik an Westen

Präsident Aliyev verteidigt fossile Energien und fordert realistischen Blick auf Ressourcen

2 Min
Klimagipfel in Aserbaidschan: Scharfe Kritik an Westen

Der Präsident Aserbaidschans und Gastgeber des diesjährigen UN-Klimagipfels COP29 in Baku äußerte sich kritisch gegenüber westlichen Nationen, die seine Öl- und Gasindustrie verurteilen. In seiner Eröffnungsrede sprach Präsident Ilham Aliyev von einer gezielten Kampagne gegen sein Land, das zunehmend auf grüne Energie setzt, jedoch weiterhin auf fossile Brennstoffe angewiesen ist. Laut Aliyev sollten Länder nicht für ihren natürlichen Ressourcenreichtum beschuldigt werden. Unmittelbar nach Aliyevs Rede betonte UN-Generalsekretär Antonio Guterres, dass die Förderung fossiler Brennstoffe angesichts des Klimawandels irrational sei. Die unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen die Spannungen der Klimaverhandlungen, bei denen die Forderung nach erneuerbaren Energien im Gegensatz zu einer weiterhin bestehenden Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen steht.

Aliyev kritisierte insbesondere die USA und die Europäische Union. Die Vereinigten Staaten sind der weltweit größte Produzent von Öl und Gas, während europäische Staaten zwar ehrgeizige Klimaziele verfolgen, aber dennoch ihre Gasversorgung nach dem Ukraine-Konflikt ausweiten. Aliyev sieht darin einen Widerspruch und wirft den westlichen Staaten Doppelmoral vor. Beobachter des COP29-Gipfels reagierten unterschiedlich auf Aliyevs Äußerungen. Einige meinten, dass die Betonung auf fossile Brennstoffe bei einer Klimakonferenz provokativ sei und den Interessen der vom Klimawandel am stärksten betroffenen Länder widerspreche. Harjeet Singh, ein Klimaaktivist, äußerte, dass reiche Staaten ihrer Verantwortung nicht gerecht würden und weiterhin auf fossile Energie setzen.

Parallel dazu kündigte die Biden-Regierung in den USA eine neue Methanabgabe für große Öl- und Gasproduzenten an, um die Methanemissionen zu senken. Diese Maßnahme wird jedoch vermutlich von Donald Trump, der baldige Präsident, wieder aufgehoben. Die Europäische Union äußerte sich nicht zu Aliyevs Rede, und ein niederländisches Berufungsgericht fällte eine wegweisende Entscheidung zugunsten von Shell, die eine Reduktion der Emissionen durch das Unternehmen ablehnte.

Eines der zentralen Themen der diesjährigen Konferenz ist die Bereitstellung von Klimafinanzierung zur Förderung der Energiewende und zur Anpassung an den Klimawandel. Guterres betonte die Dringlichkeit finanzieller Zusagen und warnte, dass die Menschheit andernfalls den Preis für die Erderwärmung zahlen werde. Eine Gruppe von Entwicklungsbanken kündigte an, die Klimafinanzierung für ärmere Länder bis 2030 um 60 Prozent auf 120 Milliarden Dollar zu erhöhen.

Während der Klimagipfel fortgesetzt wird, kommt es weltweit zu extremen Wetterereignissen, die die Dringlichkeit der Klimaschutzmaßnahmen unterstreichen. In Kalifornien führen klimabedingte Waldbrände zu Evakuierungen, und in Spanien kämpfen Menschen mit den Folgen der schwersten Überschwemmungen in der modernen Geschichte des Landes.

AserbaidschanÖlGasEnergieKlimaschutz

Meistgelesene News

  1. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  2. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  3. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  4. Zentralbanken benötigen über 20.000 Tonnen Gold für optimale Reservequote
  5. Talon Metals gibt Pläne für Erzverarbeitung in North Dakota auf

Disclaimer