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Kanadische Ölindustrie hofft auf US-Handelsausnahmen

Trump könnte Zölle auf kanadisches Öl vermeiden – Abhängigkeit der USA entscheidend

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Kanadische Ölindustrie hofft auf US-Handelsausnahmen

Die kanadische Ölindustrie geht davon aus, dass die geplanten protektionistischen Handelsmaßnahmen des designierten US-Präsidenten Donald Trump keine Zölle auf kanadische Ölimporte umfassen werden, da viele US-Raffinerien auf kanadische Rohöl-Lieferungen angewiesen sind. Kanadische Ölproduzenten hoffen, dass Trumps Wahl Investitionen in die nordamerikanische Energiebranche anregen könnte, was den Wert der in US-Dollar gezahlten Einnahmen für kanadisches Rohöl steigern würde. Eine Zunahme der Öl- und Gasproduktion in den USA könnte jedoch die Konkurrenz für kanadische Exporte in andere Teile der Welt verschärfen.

Kanada ist der viertgrößte Ölproduzent und sechstgrößte Erdgasproduzent weltweit. Rund vier Millionen Barrel Rohöl pro Tag werden hauptsächlich in die USA exportiert, was für die kanadische Wirtschaft von erheblicher Bedeutung ist. Experten schätzen die Wahrscheinlichkeit eines Importzolls auf kanadisches Öl als gering ein, da es für die USA schwer wäre, kanadische Lieferungen zu ersetzen. Insbesondere US-Raffinerien im Mittleren Westen und an der Golfküste haben teure Anlagen installiert, um das schwer zu verarbeitende, jedoch günstigere kanadische Rohöl zu verarbeiten.

In Regionen wie dem Mittleren Westen, der Städte wie Chicago und Detroit beliefert, stammen fast alle Rohöl-Lieferungen aus Kanada. Ein Zoll auf kanadisches Rohöl könnte die Kosten für Raffinerien erhöhen und letztlich die Treibstoffpreise für Verbraucher in den USA ansteigen lassen. Laut Analyst Rory Johnston wäre ein Rückgang der US-Käufe für kanadische Produzenten nachteilig, da es kaum Alternativen für den Export gibt. Ein Zoll von 20 Prozent könnte den Preisnachlass auf kanadisches Rohöl erheblich vergrößern.

Trotz der Besorgnis über mögliche Zölle sehen einige Vertreter der kanadischen Ölindustrie die Möglichkeit, dass Trumps Deregulierungspolitik auch die kanadische Regierung zu ähnlichen Maßnahmen bewegen könnte. Tristan Goodman, Geschäftsführer der Explorers and Producers Association of Canada, erwartet, dass Trumps Politik die kanadische Industrie zu Investitionen und Effizienzsteigerungen anregen könnte, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein stärkerer US-Dollar könnte kanadischen Produzenten ebenfalls zugutekommen, da sie ihre Betriebskosten in kanadischen Dollar bezahlen, aber in US-Dollar verkaufen.

Gleichzeitig könnte eine stärkere Öl- und Gasproduktion in den USA kanadische Exporte auf internationalen Märkten verdrängen. 97 Prozent der kanadischen Ölexporte gingen 2023 in die USA. Die Inbetriebnahme der Trans-Mountain-Expansion und des LNG-Exportterminals von LNG Canada könnten jedoch künftig den Export nach Asien erhöhen und Kanadas Abhängigkeit von den USA mindern.

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