USA verschärfen Maßnahmen gegen Irans Schattenflotte
Neue Sanktionen treffen Schiffe und Firmen wegen illegalen Erdölhandels und Nuklearprogrammen

Die US-Regierung hat ihre Sanktionen gegen Iran verschärft und 35 Unternehmen sowie Schiffe ins Visier genommen, die angeblich iranisches Erdöl illegal auf internationale Märkte bringen. Laut dem US-Finanzministerium gehört die Maßnahme zur Bekämpfung einer sogenannten „Schattenflotte“, die Teheran zur Umgehung bestehender Handelsbeschränkungen nutzt. Diese neuen Sanktionen folgen ähnlichen Maßnahmen vom 11. Oktober und stehen im Zusammenhang mit einem Angriff Irans auf Israel am 1. Oktober sowie angekündigten nuklearen Eskalationen.
Nach Angaben des kommissarischen Unterstaatssekretärs für Terrorismus und Finanzaufklärung, Bradley Smith, investiert Iran Einnahmen aus dem Erdölhandel in die Entwicklung seines Nuklearprogramms, ballistischer Raketen sowie unbemannter Luftfahrzeuge. Zudem werde die finanzielle Unterstützung regionaler terroristischer Gruppen vorangetrieben, was die Stabilität der Region gefährde. Die USA setzen nach eigenen Angaben alle verfügbaren Mittel ein, um die Aktivitäten dieser Schattenflotte zu unterbinden.
Die Sanktionen zielen darauf ab, zentrale Wirtschaftssektoren Irans zu schwächen und dem Land finanzielle Mittel für sein Atom- und Raketenprogramm zu entziehen. Für US-Bürger und Unternehmen bedeuten die Maßnahmen ein generelles Verbot jeglicher geschäftlicher Beziehungen zu den betroffenen Entitäten. Darüber hinaus werden Vermögenswerte der Zielpersonen, die sich in den Vereinigten Staaten befinden, eingefroren.
Einige der betroffenen Schiffe sind bereits mit Öl beladen, darunter der Suezmax-Tanker Min Hang, der russisches Rohöl aus Ust-Luga geladen hat und nach Port Said in Ägypten unterwegs ist. Weitere Schiffe wie der Aframax-Tanker Vesna sind auf dem Weg, um in russischen Häfen Rohöl aufzunehmen. Der Very Large Crude Carrier (VLCC) Phonix soll seine Ladung in Rizhao in der chinesischen Provinz Shandong löschen, während der mittlere Tanker Rio Napo für die Entladung von Naphtha im Hafen von Sohar im Oman vorgesehen ist.
Im malaysischen Gewässer liegen mehrere VLCCs wie die Elva, FT Island und Yuri. Während die Elva vollständig beladen ist, scheinen die anderen Schiffe leer zu sein. Der VLCC Bertha hat nigerianisches Egina-Rohöl geladen und bewegt sich von der westafrikanischen Küste weg. Weitere betroffene Tanker wie die Lady Lucy und Merope transportieren Heizöl, während der Tanker Tonil mit Naphtha beladen ist.
Die aktuellen Sanktionen unterstreichen die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran, insbesondere im Hinblick auf Teherans Atom- und Rüstungsprogramm sowie dessen regionale Einflussnahme.
