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Gasspeicher für Winter gefüllt: Entwarnung trotz niedriger Füllstände

Die Bundesnetzagentur sieht die Gasversorgung für den Winter trotz niedrigerer Füllstände als im Vorjahr als gesichert an, warnt jedoch vor steigenden Preisen für Verbraucher und Industrie.

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Gasspeicher für Winter gefüllt: Entwarnung trotz niedriger Füllstände

Die Bundesnetzagentur hat Entwarnung gegeben: Die deutschen Gasspeicher verfügen über ausreichende Vorräte für den bevorstehenden Winter. Behördenleiter Klaus Müller widersprach damit zunehmenden Zweifeln an einer möglichen Gefährdung der Versorgungssicherheit während der kalten Jahreszeit.

„Derzeit lagert mehr Gas in den Speichern, als im gesamten vergangenen Winterhalbjahr daraus entnommen wurde", erläuterte Müller im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Zudem bleibt in den kommenden Wochen noch Raum für weitere Einlagerungen."

Ursachen der Verunsicherung

Zwar liegt der aktuelle Füllstand der Gasspeicher unter dem Niveau früherer Jahre. Daher waren zuletzt Bedenken aufgekommen, ob die eingelagerten Mengen bis zum Frühjahr ausreichen könnten.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind die Füllmengen jedoch nicht ohne Weiteres mit historischen Werten vergleichbar. Als Begründung führt die Behörde die neu errichteten Flüssigerdgas-Terminals (LNG) an den deutschen Küsten an, die zusätzliche Versorgungswege eröffnen. Auch Pipelines aus Ländern wie Norwegen stünden weiterhin zur Verfügung. Diese breitere Aufstellung der Bezugsquellen reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten.

Kostenrisiko bleibt

Trotz der positiven Einschätzung zur Versorgungslage zeichnet sich eine andere Herausforderung ab: zunehmende Preise. Das Vergleichsportal Verivox prognostiziert merklich höhere Gastarife für Privathaushalte. „Angesichts der jüngst deutlich gestiegenen Großhandelspreise für Gas, des niedrigen Speicherfüllstands in Deutschland und des bevorstehenden Winters rechnen wir mit einem Anstieg der Gaspreise für Endverbraucher", erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck gegenüber der Rheinischen Post.

Als Treiber der höheren Großhandelspreise nennt Verivox unter anderem den Iran-Krieg, der die internationalen Energiemärkte unter Druck setzt. Für Anleger in Rohstoffmärkte bedeutet dies: Während die physische Versorgung gewährleistet scheint, könnten die Kosten für Verbraucher und insbesondere für energieintensive Betriebe weiter anziehen. Dies könnte die Gewinnspannen deutscher Industrieunternehmen schmälern und den DAX belasten.

Das Zusammenspiel von gesicherter Versorgung und steigenden Preisen erzeugt eine zwiespältige Situation. Verbraucher müssen zwar nicht auf Wärme verzichten, doch Haushaltsbudgets und Unternehmenserträge könnten unter wachsenden Belastungen leiden. Anleger sollten die Entwicklung der Energiepreise und deren Folgen für die deutsche Wirtschaft daher weiterhin aufmerksam verfolgen.

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