ANZEIGE

US-Erdgasmarkt vor Rekordjahren: Förderung und Verbrauch steigen bis 2027 auf neue Höchststände

Die EIA prognostiziert für die USA bis 2027 neue Rekorde bei Erdgasförderung, -verbrauch und LNG-Exporten. Die Kohleproduktion sinkt dagegen auf den niedrigsten Stand seit 1963. Für Rohstoffanleger ergeben sich daraus interessante Perspektiven.

2 Min
US-Erdgasmarkt vor Rekordjahren: Förderung und Verbrauch steigen bis 2027 auf neue Höchststände

Die US-Energy Information Administration (EIA) legte am Mittwoch ihren neuen "Short-Term Energy Outlook" vor. Die Behörde rechnet damit, dass sowohl die Produktion als auch der Verbrauch von Erdgas in den Vereinigten Staaten in den Jahren 2026 und 2027 historische Bestmarken übertreffen werden. Die aktuellen Vorhersagen fallen etwas optimistischer aus als die August-Schätzungen.

Die tägliche Förderung von trockenem Erdgas soll von einem Höchstwert von 107,6 Milliarden Kubikfuß (bcfd) im Jahr 2025 auf 111,7 bcfd im Jahr 2026 und anschließend auf 115,9 bcfd im Jahr 2027 klettern. Damit verlängert sich der langjährige Aufwärtstrend der US-Gasgewinnung, der vor allem auf die Erschließung von Schiefergasfeldern zurückgeht.

Auch beim Verbrauch deutet sich eine kräftige Zunahme an. Der heimische Gasbedarf soll von einem Rekordwert von 91,9 bcfd im Jahr 2025 auf 92,2 bcfd im Jahr 2026 und schließlich auf 94,3 bcfd im Jahr 2027 anwachsen. Im August hatte die EIA für 2026 noch mit einer Produktion von 111,2 bcfd und einer Nachfrage von 92,0 bcfd gerechnet. Die September-Prognosen liegen also etwas darüber.

LNG-Ausfuhren beflügeln die Nachfrage

Ein entscheidender Treiber des steigenden Bedarfs sind die zunehmenden Exporte von Flüssigerdgas (LNG). Die durchschnittlichen US-Ausfuhren sollen von einem Rekordwert von 15,1 bcfd im Jahr 2025 auf 17,4 bcfd im Jahr 2026 und weiter auf 18,6 bcfd im Jahr 2027 steigen. Die USA haben sich in den letzten Jahren zu einem der global bedeutendsten LNG-Exporteure entwickelt – angetrieben durch die reichhaltige heimische Förderung und den Ausbau der Exportanlagen.

Die EIA wies außerdem darauf hin, dass die US-Gasspeicher zum 31. Oktober voraussichtlich rund fünf Prozent über dem Fünf-Jahres-Mittelwert liegen werden. Dies ist unter anderem auf die wachsende Förderung in den bedeutenden Schieferregionen Permian und Haynesville zurückzuführen. Gut gefüllte Speicher gelten als wichtiger Puffer für die Wintermonate und können preisdämpfend wirken – ein Aspekt, den Rohstoffanleger im Blick behalten sollten.

Kohleproduktion im Sinkflug

Während Erdgas vor einem Boom steht, zeichnet sich für die Kohleförderung eine gegenläufige Entwicklung ab. Die EIA prognostiziert, dass die US-Kohleproduktion von einem Zweijahreshoch von 528,4 Millionen Short Tons im Jahr 2025 auf 516,3 Millionen Tonnen im Jahr 2026 und weiter auf 496,7 Millionen Tonnen im Jahr 2027 zurückgehen wird. Das wäre der niedrigste Wert seit 1963. Grund für den Rückgang: Stromerzeuger setzen zunehmend auf günstigeres und emissionsärmeres Erdgas und fahren die Kohleverstromung zurück.

Parallel dazu sollen auch die CO₂-Emissionen aus fossilen Energieträgern sinken. Nach einem Dreijahreshoch von 4,904 Milliarden metrischen Tonnen im Jahr 2025 erwartet die EIA einen Rückgang auf 4,821 Milliarden Tonnen im Jahr 2026 und 4,816 Milliarden Tonnen im Jahr 2027. Ursächlich dafür sind die abnehmende Nutzung von Öl und Kohle.

Für Anleger in Rohstoffwerte bleibt der US-Erdgasmarkt damit ein hochinteressantes Segment. Das Zusammenspiel aus Rekordproduktion, wachsendem Verbrauch und steigenden LNG-Exporten dürfte die Marktdynamik in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.

Us-ErdgasEIAErdgasproduktionLng-ExporteKohleförderungCo2-EmissionenShort-Term Energy OutlookErdgasnachfrage

Meistgelesene News

  1. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  2. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  3. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  4. Talon Metals gibt Pläne für Erzverarbeitung in North Dakota auf
  5. Gasspeicher für Winter gefüllt: Entwarnung trotz niedriger Füllstände

Disclaimer