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Libanese flieht viermal: Renoviertes Haus erneut in Schusslinie

Hussain Khrais investierte 25.000 Dollar in den Wiederaufbau seines Hauses – jetzt ist er wieder auf der Flucht.

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Libanese flieht viermal: Renoviertes Haus erneut in Schusslinie

Hussain Khrais hatte sein Haus im südlibanesischen Chiyam gerade fertig renoviert. Rund 25.000 Dollar und Monate harter Arbeit steckte der 66-Jährige in die Instandsetzung der Kriegsschäden aus dem Hisbollah-Israel-Konflikt von 2024. Dann brachen erneut Kämpfe aus – und Khrais musste wieder fliehen.

Israel überzog den Libanon in der vergangenen Woche mit schweren Luftangriffen, nachdem die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz Raketen und Drohnen abgefeuert hatte. Dies folgte auf US-amerikanische und israelische Luftangriffe gegen den Iran am 28. Februar. Chiyam, Khrais' Heimatstadt, liegt nur fünf Kilometer von der israelischen Grenze entfernt – mitten im Kampfgebiet.

"Steht das Haus, für dessen Bau ich so hart gearbeitet habe, oder das Geschäft, das ich gegründet habe, noch? Oder ist alles weg?", fragte Khrais gegenüber Reuters aus dem Haus eines Verwandten nahe Beirut. "Das Gefühl ist sehr, sehr bedrückend, weil wir immer noch nicht wissen, ob wir zurückkehren werden oder nicht."

Ein Leben zwischen Flucht und Wiederaufbau

Für Khrais ist es nicht das erste Mal – und auch nicht das zweite. In den vergangenen vier Jahrzehnten wurde er mindestens viermal durch israelische Vorstöße und Luftangriffe aus seiner Heimat vertrieben. Jedes Mal kehrte er in eine zerstörte Stadt zurück und baute geduldig wieder auf.

"Wieder einmal Vertreibung, Rückkehr, Wiederaufbau, Instandsetzung – dann erneut Vertreibung, Rückkehr, Wiederaufbau. Was für ein Leben ist das?", sagte er Reuters. Noch zwei Wochen zuvor hatte er gegenüber der Nachrichtenagentur geäußert: "Ich bin in einem Alter, in dem ich nicht noch einmal ganz von vorne anfangen kann."

Der neue Krieg trifft den Libanon hart. Etwa 300.000 Menschen wurden allein in der vergangenen Woche durch israelische Angriffe und Evakuierungsbefehle vertrieben – betroffen sind rund acht Prozent des libanesischen Territoriums. Khrais teilt sich eine Unterkunft mit etwa 20 weiteren vertriebenen Verwandten, die aus Chiyam und den südlichen Vororten Beiruts stammen.

Wiederaufbau ohne staatliche Unterstützung

Die finanzielle Last tragen die betroffenen Familien fast ausschließlich selbst. Staatliche Hilfe aus Beirut bleibt aus, die Mittel aus dem Sozialprogramm der Hisbollah sind gering. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Libanesen seit dem Finanzkollaps von 2019 kaum Zugang zu ihren Ersparnissen bei Geschäftsbanken haben.

Khrais verfolgt gebannt die Fernsehnachrichten über das Vordringen israelischer Truppen und Panzer in seine Heimatstadt. "Ich bin jetzt seit vier Tagen in Beirut, und diese vier Tage fühlen sich an wie 400 Jahre", sagte er. Am meisten vermisse er den Moment, wenn er die Kinderzimmer öffne und die Fotos seiner Enkelkinder an den Wänden sehe – "mehr wert als alle Schätze der Welt".

Trotz allem gibt Khrais die Hoffnung nicht auf. "Mein Gefühl sagt mir, so Gott will, wird es stehen bleiben", sagte er. "Und wie ich schon sagte: Selbst wenn wir das Haus nicht mehr vorfinden, werden wir zurückkehren und es wieder aufbauen."

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