USA rückversichern maritime Verluste im Golf mit 20 Milliarden Dollar
Die US-Behörde DFC stellt Rückversicherungen für Öl- und Gastransporte durch die Straße von Hormus bereit.

Die USA reagieren auf die eskalierende Krise im Persischen Golf mit einem massiven Versicherungspaket. Die U.S. International Development Finance Corporation (DFC) kündigte am Freitag an, Rückversicherungen für maritime Verluste von bis zu 20 Milliarden US-Dollar bereitzustellen. Ziel ist es, das Vertrauen von Öl- und Gasversendern in der Kriegsregion zu stärken.
Präsident Donald Trump hatte die DFC am Dienstag angewiesen, Versicherungen gegen politische Risiken sowie Finanzgarantien für den Seehandel im Golf zu gewähren. Hintergrund ist der weitgehend zum Erliegen gekommene Tankerverkehr in der Straße von Hormus vor der iranischen Küste. Durch diese strategisch bedeutsame Wasserstraße fließen normalerweise täglich rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots.
Mehrere Tanker wurden durch Angriffe beschädigt, andere sitzen fest. Die Prämien für Kriegsrisikoversicherungen sind infolgedessen sprunghaft gestiegen, während einige Versicherungsanbieter ihren Schutz reduziert oder vollständig zurückgezogen haben.
Deckung auf rollierender Basis
Die DFC erklärte, die Deckung erfolge auf rollierender Basis und konzentriere sich zunächst auf Kasko- und Maschinenversicherungen sowie Warenversicherungen. Die Behörde arbeitet dabei mit bevorzugten US-amerikanischen Versicherungspartnern zusammen, nannte jedoch keine konkreten Namen.
Das US-Finanzministerium und die DFC stimmen sich bei den weiteren Schritten des Plans eng mit dem US-Zentralkommando ab. Die DFC ist eine Entwicklungsfinanzierungsbehörde, die normalerweise mit privaten Investoren kooperiert, um Projekte in Entwicklungsländern zu unterstützen – ihr Einsatz in diesem Kontext ist damit ungewöhnlich.
Für deutsche Anleger und Energieimporteure ist die Lage von besonderer Bedeutung: Deutschland bezieht erhebliche Mengen an Flüssiggas (LNG) aus dem Persischen Golf. Eine anhaltende Blockade der Straße von Hormus könnte die Energiepreise weltweit weiter anheizen und die ohnehin angespannte Versorgungslage in Europa verschärfen.
