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Mexiko weitet Ermittlungen gegen Kartell-Treibstoffschmuggel in Häfen aus

Das Antikorruptionsministerium überwacht interne Untersuchungen in drei Seehäfen sowie bei Marine und Zoll.

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Mexiko weitet Ermittlungen gegen Kartell-Treibstoffschmuggel in Häfen aus

Mexiko hat die Ermittlungen zu Treibstoffschmuggel in wichtigen Seehäfen deutlich ausgeweitet. Wie aus einem Regierungsdokument hervorgeht, das Reuters vorliegt, überwacht das Antikorruptionsministerium interne Untersuchungen in den Häfen von Guaymas, Tampico und Ensenada. Betroffen sind auch die Marine und die Zollbehörde.

Die Regierung hatte bereits zuvor Ermittlungen im Hafen von Tampico eingeräumt. Im vergangenen Jahr wurden 14 mutmaßlich beteiligte Personen festgenommen – darunter Zollagenten und Marineoffiziere. Das Dokument vom Februar 2025 war Teil einer umfassenden 217-seitigen Antwort auf Senatsanfragen zur Umsetzung politischer Prioritäten der Regierung.

Kartelle verdienen Milliarden mit illegalem Treibstoff

Der Treibstoffschmuggel in Mexiko funktioniert über die Fälschung von Versand- und Zolldokumenten. Importierter Diesel und Benzin – hauptsächlich aus den USA – werden als steuerbefreite Erdölprodukte deklariert, um hohe mexikanische Importsteuern zu umgehen. Die Ersparnis kann dabei mehr als die Hälfte des Wertes einer Ladung betragen.

Laut dem US-Finanzministerium ist illegaler Treibstoff zusammen mit gestohlenem Rohöl mittlerweile die zweitgrößte Einnahmequelle mexikanischer Kartelle – nach dem Drogenhandel. Schmuggler sind inzwischen von Lkw- und Bahntransporten auf Öltanker umgestiegen, was US-amerikanische und mexikanische Sicherheitsbeamte als Hinweis auf Absprachen zwischen Kartellen und korrupten Insidern in den Häfen werten.

In einer Reuters-Untersuchung aus dem Jahr 2025 wurde ein Schiff verfolgt, das importierten Diesel in den Häfen von Ensenada und Guaymas als steuerfreie Schmierstoffe deklarierte. Dem mexikanischen Staat entgingen dadurch rund 7 Millionen US-Dollar an Zolleinnahmen. Drei mexikanische Sicherheitsbeamte und ein Regierungsdokument bezeichneten den Importeur als mutmaßliche Briefkastenfirma des Kartells Jalisco Nueva Generación.

Oppositionspartei PAN fordert hartes Durchgreifen

Die oppositionelle Nationale Aktionspartei (PAN) hatte die Bundesregierung in Senatsanfragen aufgefordert, das Schmuggelnetzwerk zu zerschlagen und alle Beteiligten zu bestrafen – einschließlich möglicher hochrangiger Regierungsbeamter. Die Stellungnahme der Regierung zu den Ermittlungen war eine direkte Reaktion auf diese Anfragen.

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum steht unterdessen unter erheblichem Druck von US-Präsident Donald Trump, entschiedener gegen Drogenkartelle vorzugehen. Die Hafenverwaltungen von Guaymas, Tampico und Ensenada sowie die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft, Marine und Zollbehörde reagierten nicht auf Anfragen um eine Stellungnahme.

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