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Iran-Konflikt bedroht westliche Aluminiumversorgung durch Straße von Hormus

Eskalation im Nahen Osten gefährdet über 5 Millionen Tonnen jährliche Aluminiumexporte durch die Straße von Hormus.

2 Min
Iran-Konflikt bedroht westliche Aluminiumversorgung durch Straße von Hormus

Der Iran-Konflikt setzt die westliche Aluminiumversorgung unter erheblichen Druck. Mehr als 5 Millionen Tonnen Aluminium werden jährlich von Schmelzhütten in Bahrain, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten durch die Straße von Hormus verschifft. Der Golfkooperationsrat (GCC) ist damit zum zweitgrößten regionalen Aluminiumlieferanten außerhalb Chinas aufgestiegen – und für westliche Käufer faktisch der bedeutendste.

Die GCC-Produktion wuchs von 2,7 Millionen Tonnen im Jahr 2010 auf 6,2 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr. Europäische Produktionszahlen, die nominell höher liegen, umfassen rund 4 Millionen Tonnen russisches Metall jährlich – das aufgrund der Ukraine-Sanktionen weder in die USA importiert werden darf noch ab diesem Jahr in die EU.

Qatar Aluminium droht Betriebsstopp

Besonders alarmierend ist die Lage bei Qatar Aluminium, einem Gemeinschaftsunternehmen der norwegischen Norsk Hydro und QatarEnergy. Das Werk steht vor einer möglichen Schließung, weil der Stopp der heimischen Flüssiggasproduktion die Stromversorgung beeinträchtigt hat. Damit droht ein unmittelbarer Ausfall eines bedeutenden Produzenten.

Die Nachricht trieb den Preis für Dreimonats-Aluminium an der London Metal Exchange (LME) auf 3.315 US-Dollar je Tonne – nahe dem fast vierjährigen Hoch von 3.356 Dollar je Tonne vom Januar. Die LME-Bestände, einschließlich Off-Warrant-Lager, sanken bereits im vergangenen Jahr um 331.000 Tonnen und fielen seit Jahresbeginn um weitere 84.000 Tonnen.

Bahrain verdeutlicht die Bedeutung der Region für den globalen Markt besonders eindrücklich. Das Land exportierte im vergangenen Jahr über 1 Million Tonnen Legierungen, 500.000 Tonnen Halbzeugprodukte und 160.000 Tonnen Primärmetall in 70 verschiedene Länder – darunter erhebliche Mengen nach Europa und in die USA.

Westliche Käufer bereits unter Druck

Der Aluminiummarkt ist so anfällig für Versorgungsunterbrechungen wie seit Jahren nicht mehr. Westliche Käufer leiden bereits unter dem Auslaufen russischer Importe, der Schließung der Mozal-Hütte in Mosambik sowie Produktionseinbußen bei Century Aluminiums Grundartangi-Hütte in Island.

Zusätzlich droht ein zweiter Schock: steigende Energiepreise. Viele Schmelzhütten in Europa mussten in den vergangenen Jahren wegen hoher Stromkosten schließen. Ein erneuter Energiepreisanstieg infolge des Konflikts würde die verbliebene westliche Aluminiumproduktion weiter unter Druck setzen.

Die Lieferkette ist dabei komplex. Die Golfregion exportiert nicht nur Primäraluminium, sondern auch maßgeschneiderte Legierungen und beliefert lokale Cluster für die Halbzeugproduktion. Eine länger anhaltende Unterbrechung würde mehrere Länder und verschiedene Teile der Verarbeitungskette gleichzeitig treffen – von der Automobilindustrie über das Baugewerbe bis zur Verpackungsindustrie.

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