Mais-Futures unter Druck: Dollarstärke und Rekordernte belasten die Preise
Die Mais-Futures an der CBOT sind angesichts eines stärkeren US-Dollar und überraschend positiver Erntebewertungen des USDA deutlich gefallen, während Wetterrisiken im Mittleren Westen das Abwärtspotenzial kurzfristig begrenzen könnten.

Der Handel mit Mais-Futures an der Chicago Board of Trade (CBOT) gab am Dienstag merklich nach. Die Notierungen des bedeutendsten Getreiderohstoffs rutschten um zwei bis fünf Cent je Bushel ab. Als Hauptursachen erwiesen sich ein festerer US-Dollar sowie unerwartet günstige Ernteeinschätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA).
Der Dezember-Kontrakt für Mais an der CBOT verbilligte sich um fünf Cent auf 4,75 US-Dollar pro Bushel. Damit weitete sich der Abwärtstrend der zurückliegenden Handelstage aus, nachdem die Kurse zuvor noch von Sorgen über Versorgungsengpässe profitiert hatten.
USDA überrascht mit verbesserter Qualitätseinstufung
Das USDA hob seine Bewertung der Maisqualität in den USA für gut bis ausgezeichnet am Montag um einen Prozentpunkt auf 62 Prozent an. Fachleute hatten im Vorfeld mit einem Rückgang um einen Punkt gerechnet. Diese positive Überraschung setzte die Futures-Kurse zusätzlich unter Druck.
Darüber hinaus teilte die Behörde mit, dass bis zum vergangenen Sonntag bereits 41 Prozent der Maisernte eingefahren waren. Dieser Stand liegt klar über dem Fünfjahresschnitt von 35 Prozent. Die zügiger als erwartet voranschreitende Ernte verstärkt den Preisdruck, weil das Angebot am Markt früher als gewohnt zunimmt.
Regenfälle könnten Abwärtsbewegung bremsen
Trotz der belastenden Faktoren verhinderten gewisse Gegenkräfte einen noch stärkeren Kursrückgang. Befürchtungen über mögliche Ernteverzögerungen im Mittleren Westen begrenzten das Abwärtspotenzial. Die Wetterprognosen deuten für Teile dieser Region in den kommenden Tagen auf ergiebige Niederschläge hin.
Besonders Iowa, der führende Maisanbaustaat der USA, wäre davon betroffen. Falls die Regenfälle die Feldarbeit dort behindern, könnte dies die Erntefortschritte in den nächsten Tagen verlangsamen und den Preisen temporär Auftrieb verleihen.
Starker Dollar bremst Exportgeschäft
Ein weiterer Belastungsfaktor für die Mais-Futures ergab sich aus der Stärke des US-Dollar. Ein festerer Greenback verteuert US-Agrarprodukte für internationale Käufer und schwächt somit die Exportnachfrage. Dies wiegt für den US-Mais schwer, der in erheblichem Umfang vom Außenhandel abhängig ist.
Für Rohstoffanleger in Deutschland bleibt die Preisentwicklung bei Mais-Futures relevant, da die Notierungen an den Weltmärkten auch die Einfuhrkosten für europäische Abnehmer bestimmen. Hält der Erntedruck an, könnten die Preise in den nächsten Wochen weiter sinken – es sei denn, wetterbedingte Ernteausfälle drehen die Erwartungen wieder ins Gegenteil.
