Irans Revolutionsgarden festigen Macht nach Tod Chameneis
Hochrangige Quellen berichten: Die Revolutionsgarden übernehmen trotz Verlusten die Kontrolle über Irans Kriegsstrategie.

Irans Revolutionsgarden haben ihren Einfluss auf kriegswichtige Entscheidungen trotz des Verlusts hochrangiger Kommandeure ausgebaut. Hochrangige Insider berichten Reuters, dass eine Hardliner-Strategie die Drohnen- und Raketenkampagnen Teherans in der gesamten Region antreibt. Die Garden haben bereits vor dem US-israelischen Angriff vom vergangenen Samstag weitreichende Befugnisse an untere Kommandoebenen delegiert.
Diese Dezentralisierung der Befehlsgewalt sollte die Widerstandsfähigkeit der Streitkräfte sicherstellen, falls die Führungsspitze ausgeschaltet wird. Sie birgt jedoch erhebliche Risiken: Offiziere mittlerer Ebene sind nun befugt, eigenständig Nachbarstaaten anzugreifen. Am Mittwoch beschoss der Iran die Türkei – ein NATO-Mitgliedstaat –, was die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation verdeutlicht.
Gefahr von Fehlkalkulationen und regionalem Krieg
Experten warnen, dass die dezentrale Kommandostruktur das Risiko von Fehlkalkulationen erheblich erhöht. Einzelne Kommandeure könnten ohne Rücksprache mit der Zentrale Aktionen einleiten, die einen größeren Konflikt auslösen. Für Europa und Deutschland als NATO-Partner ist dies besonders relevant, da ein Angriff auf die Türkei nach Artikel 5 des NATO-Vertrags als Angriff auf alle Bündnispartner gelten kann.
Im Inneren des Irans erschwert die zentrale Rolle der Garden auf allen Ebenen des Systems den Ausbruch von Protesten. Ihr drakonisches Vorgehen in Sicherheitsfragen untergräbt jegliche Hoffnungen der USA oder Israels, dass militärische Schläge einen Volksaufstand oder einen Regimewechsel auslösen könnten. Die Garden kontrollieren weite Teile der iranischen Wirtschaft und des Sicherheitsapparats.
Nachfolge Chameneis entscheidend für künftige Machtbalance
Nach dem Tod von Ayatollah Ali Chamenei am Samstag steht die Frage der Nachfolge im Mittelpunkt. Kasra Aarabi, Forschungsleiter für die Revolutionsgarden bei der US-amerikanischen Denkfabrik United Against Nuclear Iran, sagt, die Nachfolge könnte die Rolle der Garden weiter zementieren. Chameneis Sohn Mojtaba gilt als wahrscheinlicher Kandidat und soll enge Verbindungen zu den Revolutionsgarden unterhalten.
Für internationale Investoren und Märkte bedeutet die wachsende Macht der Revolutionsgarden anhaltende geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten. Öl- und Energiemärkte reagieren traditionell sensibel auf Eskalationen in der Region, insbesondere wenn die strategisch wichtige Straße von Hormus betroffen sein könnte. Die Entwicklungen in Teheran bleiben damit ein zentraler Risikofaktor für die globalen Kapitalmärkte.
