USA planen Eingriff am Öl-Terminmarkt gegen steigende Energiepreise
Das US-Finanzministerium will bereits am Donnerstag ungewöhnliche Maßnahmen gegen hohe Kraftstoffkosten ankündigen.

Die US-Regierung erwägt einem hochrangigen Beamten des Weißen Hauses zufolge direkte Eingriffe am Öl-Terminmarkt, um die steigenden Energiepreise zu bekämpfen. Das Finanzministerium soll die entsprechenden Maßnahmen bereits am Donnerstag bekanntgeben. Es wäre ein bislang ungewöhnlicher Schritt Washingtons, die Energiepreise über Finanzmärkte statt über physische Öllieferungen zu beeinflussen.
Hintergrund ist der deutliche Preisanstieg beim Rohöl: Die Nordseesorte Brent kletterte zuletzt auf rund 85 US-Dollar pro Barrel. Auslöser sind Befürchtungen, dass geopolitische Spannungen die Lieferströme durch die Straße von Hormus gefährden könnten. Über diese strategisch wichtige Meerenge wird etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen abgewickelt.
Benzinpreise belasten US-Verbraucher
Die steigenden Rohölpreise schlagen sich unmittelbar an den Zapfsäulen nieder. Die US-Benzinpreise überschritten zuletzt die Marke von 3 US-Dollar pro Gallone – das entspricht umgerechnet rund 0,79 US-Dollar pro Liter. Für die Regierung bedeutet dies erheblichen politischen Druck, da hohe Kraftstoffkosten direkt die Kaufkraft der Bevölkerung belasten.
Ein Eingriff am Terminmarkt wäre ein Novum in der amerikanischen Energiepolitik. Bislang griff Washington bei Energiepreisschocks vor allem auf die strategischen Ölreserven zurück, um das physische Angebot zu erhöhen. Der neue Ansatz zielt dagegen darauf ab, über Preissignale an den Finanzmärkten spekulativen Preistreibern entgegenzuwirken.
Ein Sprecher des US-Finanzministeriums war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Weitere Details zu den geplanten Maßnahmen sollen im Laufe des Tages folgen.
