Helium-Versorgungskrise: Wer profitiert von Katars Lieferausfall?
Der Iran-Krieg hat rund ein Drittel des globalen Heliumangebots aus Katar abgeschnitten – mit unterschiedlichen Folgen für die großen Anbieter.

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten treffen den globalen Heliummarkt empfindlich. Durch den Iran-Krieg ist etwa ein Drittel des weltweiten Heliumangebots aus Katar weggefallen – eine Versorgungsstörung mit weitreichenden Konsequenzen für die Industrie. Helium gilt als unverzichtbares Industriegas, insbesondere für die Halbleiter- und Chipproduktion.
Die drei größten Heliumlieferanten weltweit sind Air Liquide, Linde und Air Products and Chemicals. Air Liquide hat seinen Hauptsitz in Frankreich, Linde ist im Vereinigten Königreich ansässig, während Air Products and Chemicals aus den USA stammt. Alle drei Unternehmen sind an den internationalen Börsen gelistet und für Anleger zugänglich.
Zweischneidiges Schwert für Heliumlieferanten
Die Lieferunterbrechungen aus Katar wirken sich auf die drei Konzerne unterschiedlich aus. Für einige bedeutet der Engpass höhere Preise und damit potenziell steigende Margen, für andere entstehen Versorgungslücken gegenüber Kunden, die nur schwer zu schließen sind. Analysten sprechen von einem zweischneidigen Schwert für die Branche.
Mindestens ein Unternehmen gilt jedoch als klarer Profiteur der aktuellen Lage. Wer über eigene, von Katar unabhängige Heliumquellen verfügt oder langfristige Lieferverträge mit alternativen Produzenten geschlossen hat, kann die Knappheit zu seinem Vorteil nutzen. Heliumpreise reagieren bei Angebotsverknappungen erfahrungsgemäß stark nach oben.
Für deutsche Anleger ist die Situation besonders relevant, da Halbleiterhersteller wie Infineon oder AIXTRON auf eine stabile Heliumversorgung angewiesen sind. Produktionsunterbrechungen in der Chipindustrie könnten die gesamte Lieferkette belasten. Der Heliummarkt rückt damit stärker in den Fokus von Investoren, die bislang vor allem auf Halbleiteraktien gesetzt haben.
