Aluminiumpreis steigt 6% nach iranischen Angriffen auf Golf-Hütten
Iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf zwei der weltgrößten Aluminiumhütten treiben den LME-Preis auf Vierjahreshoch.

Der Aluminiumpreis an der London Metal Exchange (LME) ist am Montag um bis zu 6% gestiegen und nähert sich damit einem Vierjahreshoch. Auslöser waren iranische Angriffe am Wochenende auf die beiden größten Aluminiumproduzenten des Nahen Ostens. Der Benchmark-Preis für Aluminium zur Lieferung in drei Monaten kletterte auf 3.492 US-Dollar pro Tonne – den höchsten Stand seit dem 19. März.
Betroffen sind Emirates Global Aluminium (EGA) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Aluminium Bahrain (Alba). Beide Unternehmen bewerten derzeit das Ausmaß der Schäden an ihren Anlagen. Bei dem Angriff auf Alba wurden nach Unternehmensangaben zwei Mitarbeiter verletzt. Der Standort von EGA erlitt durch Raketen- und Drohnenangriffe am selben Tag erhebliche Schäden.
Straße von Hormus blockiert – 9% des Weltangebots betroffen
Die Lage am Markt ist bereits seit Wochen angespannt. Die meisten Aluminiumproduzenten am Golf, die zusammen rund 9% des weltweiten Aluminiumangebots liefern, können ihre Produkte seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran nicht mehr über die üblichen Schifffahrtsrouten exportieren. Teheran hat die strategisch wichtige Straße von Hormus faktisch geschlossen, was die Lieferketten massiv stört.
EGA gilt als größter Aluminiumproduzent im Nahen Osten. Alba betreibt die weltweit größte Aluminiumhütte an einem einzelnen Standort – ein Ausfall hätte erhebliche Folgen für das globale Angebot. Sollte der LME-Preis die Marke von 3.546,50 Dollar vom 12. März überwinden, wäre der Weg zu Höchstständen frei, die zuletzt im Jahr 2022 auf dem Höhepunkt der Covid-Ära erreicht wurden.
Australische Minenaktien profitieren
Auch Aktien von Tonerde-Produzenten, die als Vorprodukt für Aluminium benötigt wird, legten deutlich zu. Rio Tinto stieg an der australischen Börse um mehr als 2%, South32 verzeichnete sogar ein Plus von knapp 7%. Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen relevant, da steigende Aluminiumpreise die Kosten in der Automobil-, Verpackungs- und Bauindustrie direkt beeinflussen.
