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Morgan Stanley: Aluminiumpreise steigen durch Nahost-Angebotskürzungen

Schmelzhütten-Stilllegungen im Nahen Osten und Störungen an der Straße von Hormus treiben die Aluminiumpreise.

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Morgan Stanley: Aluminiumpreise steigen durch Nahost-Angebotskürzungen

Morgan Stanley bekräftigt seinen positiven Ausblick für Aluminium und setzt ein Kursziel von 3.700 US-Dollar pro Tonne für das Geschäftsjahr 2026 im Bullen-Szenario. Auslöser sind massive Produktionsausfälle im Nahen Osten, die durch anhaltende Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus verursacht werden. Derzeit sind in der Region Kapazitäten von 564.000 Tonnen pro Jahr stillgelegt – das entspricht 0,8 Prozent der weltweiten Produktionskapazität.

Diese Ausfälle kommen zu einer bereits angespannten Versorgungslage hinzu. Anfang März wurde eine Schmelzhütte in Mosambik mit einer Jahreskapazität von 500.000 Tonnen geschlossen, was die globale Verknappung weiter verschärft. Der Nahe Osten produziert zwar neun Prozent des weltweiten Aluminiums, verfügt aber nur über drei Prozent der Aluminiumoxid- und 1,3 Prozent der Bauxitproduktion – die Region ist damit stark auf Importe angewiesen.

Das Problem liegt in der Lieferkette: Für eine Tonne Aluminium werden zwei Tonnen Aluminiumoxid benötigt, für eine Tonne Aluminiumoxid wiederum zwei Tonnen Bauxit. Alle diese Rohstoffe müssen durch die störungsanfällige Meerenge transportiert werden. Laut Platts-Daten vom 11. März verfügt Alba in Bahrain nur noch über minimale Rohstoffbestände, während Emirates Global Aluminium einen Puffer von lediglich zwei bis drei Wochen hat.

Marktindikatoren signalisieren Verknappung

Die Terminkurve für Aluminium ist inzwischen in eine steile Backwardation übergegangen – ein klares Marktsignal für knappes Angebot. Bei Backwardation liegen die Spotpreise über den Terminpreisen, was auf unmittelbaren Lieferbedarf hindeutet. Gleichzeitig befinden sich die On-Warrant-Lagerbestände an der London Metal Exchange (LME) auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2025.

Die regionalen Prämien steigen ebenfalls deutlich: Die sogenannten All-in-Preise – also LME-Preis plus regionale Aufschläge – legen in Japan, Europa und den USA stärker zu als der LME-Benchmark selbst. Für deutsche Industrieunternehmen, die Aluminium als Vorprodukt einsetzen, bedeutet das steigende Einkaufskosten.

Morgan Stanley nennt neben den Nahost-Störungen weitere stützende Faktoren für den Aluminiummarkt:

  • Gedeckelte Exportmengen aus China
  • Durch Stromverfügbarkeit verlangsamter Kapazitätsausbau in Indonesien
  • Produktionshürden in anderen Regionen weltweit

Diese Kombination aus Angebotsausfällen und strukturellen Wachstumshemmnissen stützt die bullische Einschätzung der US-Investmentbank. Anleger und Industrieunternehmen sollten die Entwicklung an der Straße von Hormus und die Rohstoffversorgung der Nahost-Schmelzhütten weiter genau beobachten.

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