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China wird zum Nettoexporteur von raffiniertem Zink

Eine historische Kehrtwende: China exportiert erstmals mehr Zink als es importiert – mit globalen Folgen.

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China wird zum Nettoexporteur von raffiniertem Zink

China hat sich im vierten Quartal 2024 zu einem Nettoexporteur von raffiniertem Zink entwickelt. Dies markiert einen historischen Wendepunkt, denn das Land galt bislang als verlässlicher Importeur des Industriemetalls. Die Bank of America hat diese Verschiebung analysiert und warnt vor weitreichenden Konsequenzen für den globalen Zinkmarkt.

Auslöser der Entwicklung war eine tiefe Backwardation an der London Metal Exchange (LME) im Jahr 2025. Diese Terminkurvenstruktur – bei der kurzfristige Preise höher liegen als langfristige – machte Zinkexporte aus China wirtschaftlich rentabel. Seitdem haben sich die LME-Lagerbestände erhöht, und die Kurven sind in ein sogenanntes Contango übergegangen, also eine normale aufwärtsgerichtete Terminstruktur.

Chinas Schmelzhütten profitierten zusätzlich davon, dass sich das weltweite Zinkminenangebot verknappt und die Verarbeitungsgebühren gesunken sind. Dies setzte westliche Wettbewerber unter erheblichen Druck. Heute sind chinesische Betreiber die weltweit größten Produzenten von raffiniertem Zink.

Geopolitische Risiken durch Nahostkonflikt

Der Nahostkonflikt bringt zusätzliche Unsicherheiten in den Zinkmarkt. Die iranische Mehdiabad-Mine produziert jährlich rund 100.000 Tonnen Zink – etwa ein Prozent des weltweiten Angebots – und liefert diesen Rohstoff an chinesische Schmelzhütten. Ein anhaltender Krieg könnte diese Lieferkette unterbrechen und Angebotsausfälle verursachen.

Gleichzeitig könnten steigende Erdgaspreise die Margen der Schmelzhütten belasten, besonders bei Betreibern außerhalb Chinas, die ohnehin bereits unter Druck stehen. Die Bank of America hatte bereits vor Kriegsbeginn mit einem verhaltenen Wachstum des globalen Zinkverbrauchs gerechnet.

Westliche Schmelzhütten reagieren mit drei Strategien

Westliche Zinkproduzenten haben auf den wachsenden chinesischen Wettbewerb mit unterschiedlichen Ansätzen reagiert:

Diversifikation:

Korea Zinc und Nyrstar erhöhen mit staatlicher Unterstützung die Produktion kritischer Mineralien -

Neuausrichtung:

Toho Zinc hat sein primäres Zinkschmelzgeschäft eingestellt und konzentriert sich auf Recycling -

Konsolidierung:

Nyrstar verkauft sein US-Zinkgeschäft an Korea Zinc und fokussiert sich auf Australien und Europa; Boliden integriert sich durch Minenakquisitionen von Lundin vertikal

Die Bank of America prognostiziert für 2025 einen geringen weltweiten Überschuss bei Zinkkonzentraten und raffiniertem Zink, da sich das Minenangebot erholt. Dennoch warnt die Bank, dass Regionen außerhalb Chinas zunehmend von chinesischen Raffineriekapazitäten abhängig werden – ein Faktor, der die Zinkpreise mittelfristig stützen könnte.

Für deutsche Anleger und Industrieunternehmen ist diese Entwicklung besonders relevant: Deutschland ist als starker Stahl- und Automobilstandort ein bedeutender Zinkverbraucher, da das Metall vor allem zur Verzinkung von Stahl eingesetzt wird.

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