Aluminiumpreis klettert auf höchsten Stand seit März 2022
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten treiben den Aluminiumpreis auf Mehrjahreshochs – mit spürbaren Folgen für Europa.

Der Aluminiumpreis hat an der London Metal Exchange (LME) einen markanten Sprung vollzogen. Die Dreimonats-Futures stiegen auf bis zu 3.544 US-Dollar pro Tonne – der höchste Intraday-Stand seit März 2022. Seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten hat das Leichtmetall damit bereits rund 9 Prozent an Wert gewonnen.
Hintergrund ist die strategisch bedeutsame Rolle der Straße von Hormus für die Aluminiumindustrie der Golfregion. Die dortigen Aluminiumhütten sind auf diese Meerenge angewiesen – sowohl für den Import von Tonerde, dem zentralen Rohstoff der Aluminiumherstellung, als auch für den Export des fertigen Metalls. Jede Störung des Schiffsverkehrs in dieser Region trifft die Produktion unmittelbar.
Die Golfregion spielt eine gewichtige Rolle im globalen Aluminiummarkt: Sie verantwortet rund 9 Prozent der weltweiten Produktion. Für Europa ist die Abhängigkeit noch deutlich ausgeprägter – etwa 30 Prozent der europäischen Aluminiumimporte stammen aus dieser Region.
Bedeutung für Industrie und Verbraucher
Aluminium ist ein allgegenwärtiger Werkstoff in der modernen Industrie. Das Leichtmetall findet Verwendung in der Automobilproduktion, im Flugzeugbau, in der Bauindustrie sowie in der Verpackungsbranche – von der Getränkedose bis zur Alufolie. Steigende Aluminiumpreise können sich daher mittel- bis langfristig auf eine Vielzahl von Konsumgütern und Industrieprodukten auswirken.
Für deutsche Unternehmen, die als Abnehmer von Aluminium besonders auf stabile Rohstoffpreise angewiesen sind – etwa Automobilhersteller wie Volkswagen, BMW oder Mercedes-Benz sowie Zulieferer – erhöht die aktuelle Entwicklung den Kostendruck. Ob die Preisrallye anhält, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die geopolitische Lage im Nahen Osten weiterentwickelt.
