Dollar-Rallye nach Iran-Krieg: Devisenstrategen zweifeln an Nachhaltigkeit
Der US-Dollar legte seit Beginn des Konflikts mit dem Iran deutlich zu – doch Währungsexperten warnen vor einer baldigen Trendwende.

Der US-Dollar hat seit dem Ausbruch des Krieges gegen den Iran eine spürbare Aufwertung erlebt. Devisenstrategen sind sich jedoch einig: Die Rallye dürfte nicht von langer Dauer sein. Die geopolitische Unsicherheit treibt Anleger zwar kurzfristig in den sicheren Hafen Dollar, strukturelle Faktoren sprechen jedoch gegen eine nachhaltige Stärke der amerikanischen Währung.
Gleichzeitig reagierten andere Anlageklassen ebenfalls deutlich auf die Eskalation. Gold, das als klassischer Krisenschutz gilt, notiert immer noch rund 20 Prozent im Plus. Auch am Ölmarkt schlugen die Spannungen durch: Die Nordseesorte Brent ist seit Kriegsbeginn um fast 15 Prozent gestiegen – ein Niveau, das Verbraucher und Unternehmen weltweit belastet.
Technische Unterstützung für den Dollar begrenzt
Aus charttechnischer Sicht bietet der Greenback laut Analysten lediglich eine Unterstützung von rund 1,5 bis 2 Prozent gegenüber einem Korb wichtiger Währungen. Das deutet darauf hin, dass der Spielraum für weitere Kursgewinne eng ist. Sollte die geopolitische Lage sich stabilisieren oder deeskalieren, könnten Anleger schnell beginnen, ihre Dollar-Positionen abzubauen.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung des Wechselkurses von besonderer Bedeutung. Ein starker Dollar verteuert Importe aus den USA und belastet europäische Unternehmen mit hohem US-Geschäftsanteil. Gleichzeitig profitieren exportorientierte Firmen aus dem Euroraum, wenn der Euro gegenüber dem Dollar schwächer notiert.
Devisenstrategen empfehlen, die Lage genau zu beobachten und keine übereilten Währungswetten einzugehen. Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Rohstoffpreisen und einem potenziell fragilen Dollar-Niveau macht das Marktumfeld derzeit besonders unberechenbar.
