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Koko Networks: Zusammenbruch erschüttert globale Kohlenstoffmärkte

Der Pionier für sauberes Kochen in Afrika scheiterte nach 300 Millionen Dollar Investitionen – mit weitreichenden Folgen.

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Koko Networks: Zusammenbruch erschüttert globale Kohlenstoffmärkte

Koko Networks galt als Vorzeigeunternehmen im Bereich sauberes Kochen: Das Unternehmen warb damit, 1,3 Millionen kenianische Haushalte täglich mit seinen Kochern zu versorgen und damit afrikanische Wälder vor der Abholzung zu Holzkohle zu schützen. Gleichzeitig sollten Millionen Menschen vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Rauch bewahrt werden. Doch im Februar 2025 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden – und hinterließ ein Trümmerfeld mit globaler Tragweite.

Insgesamt hatte Koko Networks rund 300 Millionen US-Dollar an Kapital eingesammelt, darunter Unterstützung vom globalen Rohstoffhändler Vitol. Zusätzlich sicherte die Multilateral Investment Guarantee Agency (MIGA) der Weltbank das Unternehmen mit einer Versicherungsdeckung von 180 Millionen US-Dollar ab. Trotz dieser prominenten Unterstützer und des ambitionierten Geschäftsmodells gelang es Koko Networks nicht, wirtschaftlich zu bestehen.

Die Insolvenz hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC auf den Plan gerufen, die das Unternehmen nach dem Zusammenbruch übernahm und nun die verbliebenen Vermögenswerte zum Verkauf anbietet. Was genau zum Scheitern führte, wird derzeit aufgearbeitet – Fragen zum Geschäftsmodell von Koko sowie zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit des gesamten Markts für saubere Kochherde in Entwicklungsländern stehen im Raum.

Kohlenstoffmärkte unter Druck

Besonders brisant ist der Zusammenbruch für den globalen Kohlenstoffmarkt. Koko Networks hatte CO2-Zertifikate ausgegeben, die auf den eingesparten Emissionen durch die sauberen Kochherde basierten. Mehrere Unternehmen, darunter Fluggesellschaften, hatten diese Zertifikate erworben, um eigene Emissionen auszugleichen – ein gängiges Instrument im freiwilligen Kohlenstoffmarkt.

Nun ist die Gültigkeit dieser Zertifikate fraglich. Wenn die tatsächliche Nutzung der Koko-Kocher geringer war als angegeben oder die Emissionseinsparungen nicht wie behauptet erzielt wurden, verlieren die entsprechenden CO2-Gutschriften ihren Wert. Für deutsche und europäische Unternehmen, die auf solche freiwilligen Kompensationen im Rahmen ihrer Klimastrategien setzen, ist das ein Warnsignal.

Der Fall Koko Networks zeigt exemplarisch die Risiken im freiwilligen Kohlenstoffmarkt: Hohe Ambitionen, komplexe Lieferketten in Schwellenländern und schwer überprüfbare Wirkungsversprechen können selbst gut finanzierte Projekte zum Scheitern bringen. Für Investoren und Unternehmen, die CO2-Zertifikate kaufen, unterstreicht der Fall die Notwendigkeit einer sorgfältigen Prüfung der zugrunde liegenden Projekte.

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