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Aluminiumpreise steigen 18%: Angriffe legen Schmelzhütten im Nahen Osten lahm

Morgan Stanley warnt: Produktionsausfälle im Nahen Osten verknappen den globalen Aluminiummarkt erheblich.

2 Min
Aluminiumpreise steigen 18%: Angriffe legen Schmelzhütten im Nahen Osten lahm

Der globale Aluminiummarkt gerät unter massiven Druck. Angriffe am Wochenende haben laut Morgan Stanley den Betrieb großer Schmelzhütten im Nahen Osten zum Erliegen gebracht – mit spürbaren Folgen für das weltweite Angebot. Die Aluminiumpreise sind seit Jahresbeginn bereits um 18% gestiegen.

Besonders schwer betroffen ist die Al-Taweelah-Schmelzhütte von Emirates Global Aluminium (EGA) mit einer Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen. Laut dem Analysehaus Wood Mackenzie wurde der Betrieb dort vollständig eingestellt. Gleichzeitig sank die Auslastung der Schmelzhütte von Aluminium Bahrain – ebenfalls mit 1,6 Millionen Tonnen Jahreskapazität – von 81% auf nur noch 30%.

Morgan Stanley beziffert die durch diese Unterbrechungen entfallende Menge auf 2,4 Millionen Tonnen pro Jahr. Das entspricht 3,2% des weltweiten Aluminiumangebots. Beide Unternehmen haben die Berichte bislang nicht offiziell bestätigt.

Gesamtausfälle könnten 4% des globalen Angebots erreichen

Sollten sich alle Meldungen bewahrheiten, könnten sich die gesamten Produktionsausfälle im Nahen Osten auf 3 Millionen Tonnen pro Jahr summieren. Das wäre ein Rückgang von 4% des globalen Angebots. Darin eingerechnet sind bereits angekündigte Kürzungen in der Region im Umfang von 0,57 Millionen Tonnen jährlich.

Bloomberg berichtete zudem, dass EGA mehrere Tonerde-Ladungen für den Zeitraum April bis Juni zum Verkauf angeboten habe – ein weiteres Indiz für die angespannte Lage. Das Unternehmen selbst wollte dies nicht kommentieren.

Morgan Stanley betont, dass ungeplante Stilllegungen dieser Größenordnung eine lange Wiederanlauf- und Erholungszeit erfordern. Die fehlenden Mengen könnten dem Markt daher für den Rest des Jahres oder sogar darüber hinaus fehlen. Das verschärft die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter.

Regionale Prämien steigen stärker als LME-Benchmark

Die Lagerbestände an der London Metal Exchange (LME) liegen derzeit bei rund 270.000 Tonnen. Die Bestände in China sowie die Knüppelbestände befinden sich zwar noch auf hohem Niveau, doch die Marktdynamik dreht sich. Die regionalen Aluminiumprämien in Japan, Europa und den USA legten zuletzt stärker zu als die LME-Benchmark selbst.

Auch das Verhältnis von Kupfer zu Aluminium hat sich merklich verschoben: Von einem Faktor von 4,3 Anfang Februar sank es auf aktuell 3,53. Das signalisiert, dass Aluminium relativ zu Kupfer deutlich an Wert gewonnen hat – ein klares Zeichen für die veränderte Angebots-Nachfrage-Dynamik.

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