EIA: Brent-Rohöl bleibt wegen Iran-Krieg über 95 Dollar
Der Iran-Konflikt blockiert die Straße von Hormus und treibt die Ölpreise auf erhöhtem Niveau.

Die US-Energiebehörde EIA erwartet, dass der Brent-Rohölpreis in den kommenden zwei Monaten über der Marke von 95 US-Dollar pro Barrel notieren wird. Grund dafür sind massive Lieferstörungen infolge des Iran-Krieges, wie aus dem monatlichen EIA-Bericht vom Dienstag hervorgeht. Erst gegen Ende des Jahres soll der Preis wieder auf rund 70 Dollar sinken.
Besonders kritisch ist die Lage an der Straße von Hormus. Durch dieses strategische Nadelöhr fließt täglich rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen – derzeit werden diese Transporte massiv behindert. Für die globalen Energiemärkte ist das eine erhebliche Belastung.
Straße von Hormus als globaler Engpass
Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Länder wie Saudi-Arabien, Kuwait, der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate exportieren den Großteil ihres Öls durch diese enge Meerenge. Jede Unterbrechung dort wirkt sich unmittelbar auf die weltweite Versorgungslage aus.
Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeutet ein anhaltend hoher Ölpreis steigende Energiekosten. Heizöl, Kraftstoff und viele Industrieprodukte werden teurer, wenn der Rohölpreis auf diesem Niveau verharrt. Anleger beobachten die Entwicklung an den Energiemärkten daher mit besonderer Aufmerksamkeit.
Preisrückgang erst zum Jahresende erwartet
Die EIA geht davon aus, dass sich die Lage im Laufe des Jahres entspannt und Brent-Rohöl bis Ende 2025 wieder auf etwa 70 Dollar pro Barrel zurückfällt. Diese Prognose setzt jedoch voraus, dass die Lieferstörungen nicht dauerhaft anhalten und alternative Versorgungswege erschlossen werden. Ob dieses Szenario eintritt, hängt maßgeblich vom weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten ab.
Für Investoren bleibt der Ölmarkt in den kommenden Wochen ein zentrales Thema. Energieaktien und rohstoffgebundene Fonds könnten von den hohen Preisen profitieren, während energieintensive Branchen unter Druck geraten dürften.
