Singapur senkt Haushaltsstrompreis um 10,4 Prozent – Erdgaspreise geben nach
Der Stromversorger SP Group senkt die Tarife für Haushalte und Unternehmen in Singapur um rund 10 Prozent – Grund sind gefallene Erdgaspreise, doch steigende Kraftstoffkosten könnten die Entwicklung bald wieder umkehren.

Für Privathaushalte in Singapur reduzieren sich die Stromkosten vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember um 10,4 Prozent beziehungsweise 3,32 Singapur-Cents pro Kilowattstunde (kWh). Als Ursache führt der Energieversorger SP Group gesunkene Energiekosten an, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab.
Der Tarif für Haushalte liegt vor Steuern und der Goods and Services Tax (GST) bei 28,59 Singapur-Cents pro kWh – nach 31,91 Cents im vorherigen Quartal. Inklusive der 9-prozentigen GST ergibt sich ein Preis von 31,16 Cents pro kWh. Für die Bevölkerung bedeutet dies eine merkliche finanzielle Entlastung im monatlichen Budget.
Eine Familie in einer Vier-Zimmer-Wohnung der staatlichen Wohnungsbaubehörde Housing and Development Board (HDB) spart durch die Senkung vor Steuern 12,99 Singapur-Dollar pro Monat. Die monatliche Rechnung sinkt damit von 139,14 auf 124,67 Singapur-Dollar. Der HDB ist die nationale Wohnungsbaubehörde Singapurs, die den Großteil des öffentlichen Wohnungsbaus steuert.
Auch Unternehmen werden entlastet
Der durchschnittliche Stromtarif für alle Abnehmer – einschließlich Gewerbekunden – fällt um 10,6 Prozent beziehungsweise 3,32 Cents pro kWh, so die SP Group weiter. Somit profitieren neben den privaten Haushalten auch gewerbliche Verbraucher von der Preisentwicklung.
Die vierteljährlich angepasste Energiekostenkomponente verringerte sich um 3,32 Cents pro kWh und macht mit 22,18 Cents pro kWh nun 77,6 Prozent des Haushaltstarifs aus. Die Netzkosten bleiben unverändert bei 6,10 Cents pro kWh. Diese Aufstellung verdeutlicht, dass die Energiekosten den Löwenanteil des Strompreises bestimmen, während die Netzgebühren konstant bleiben.
Die Energiekostenkomponente orientiert sich an den durchschnittlichen Erdgaspreisen der ersten zweieinhalb Monate des vorherigen Quartals. Der Tarif für Oktober bis Dezember spiegelt daher die niedrigeren Gaspreise vom 1. Juli bis zum 15. September wider, erläuterte die SP Group. Diese zeitliche Verzögerung sorgt dafür, dass aktuelle Marktbewegungen erst verspätet in den Stromtarifen ankommen.
Ausblick: Höhere Ölpreise könnten Strom verteuern
Die globalen Kraftstoffpreise sind seit September infolge der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten gestiegen. Veränderungen der Kraftstoffkosten wirken sich jedoch zeitverzögert auf die Stromtarife aus. Sollten die erhöhten Kraftstoffpreise anhalten, drohen in Singapur im kommenden Quartal steigende Stromkosten, warnte die SP Group.
Für Rohstoff-Anleger ist dieser Mechanismus von besonderem Interesse: Die Entwicklung in Singapur zeigt exemplarisch, wie eng Strompreise an die internationalen Gas- und Kraftstoffmärkte gekoppelt sind. Der vierteljährliche Anpassungsmodus an die durchschnittlichen Erdgaspreise gibt Preissenkungen zügig weiter, führt aber auch zu zeitversetzten Preisanstiegen. Die aktuelle Entlastung fällt dabei deutlich aus: Ein Rückgang um 10,4 Prozent binnen eines Quartals zählt zu den kräftigeren Anpassungen der vergangenen Jahre.
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