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Iran-Konflikt treibt Ölpreis: Teherans Drohungen heizen Rohstoffmärkte an

Der Iran droht erneut mit Angriffen auf die Energieinfrastruktur der Region, während die US-Seeblockade den iranischen Ölhandel lahmlegt. Brent notiert bei knapp 99 Dollar, die Dieselpreise in den USA steigen erstmals über sechs Dollar – für Rohstoff-Anle

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Iran-Konflikt treibt Ölpreis: Teherans Drohungen heizen Rohstoffmärkte an

Die Furcht vor einer weiteren Verteuerung von Energie hält die globalen Märkte weiterhin in ihrem Bann. Teheran hat seine Drohungen gegen die Energieinfrastruktur in der Region erneuert. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf machte die Position seines Landes überdeutlich: "In einer Region, in der wir kein Öl verkaufen können, wird niemand Öl verkaufen." Damit richtet sich die Aussage klar gegen die Nachbarstaaten sowie gegen Washington.

Hintergrund dieser Eskalation ist eine Seeblockade der USA, die seit Mitte Juli gegen iranische Häfen verhängt ist. Der iranische Ölhandel ist dadurch praktisch zum Stillstand gekommen. Die Aufhebung dieser Blockade ist die zentrale Bedingung Teherans für eine Deeskalation. Parallel dazu unterbreitete der Iran den Vereinigten Staaten einen neuen Vorschlag für Gespräche – ein Indiz dafür, dass hinter den Kulissen weiterhin diplomatische Kanäle genutzt werden.

An den Rohstoffmärkten zeigt sich die Verunsicherung unmittelbar in den Kursen. Die Nordseesorte Brent notierte am Freitag bei 98,96 US-Dollar je Barrel. Binnen zwei Tagen verteuerte sich das Öl damit um etwa zehn Prozent. Zum ersten Mal seit dem 24. Juli überstieg der Brent-Preis wieder die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar. Seit Jahresanfang hat Brent um mehr als 70 Prozent zugelegt.

Die Fakten im Einzelnen

Die Kursausschläge der zurückliegenden Wochen waren außergewöhnlich hoch. Am 11. September notierte Brent bei 108,68 US-Dollar, während WTI bei 103,45 US-Dollar lag. Der Wochengewinn belief sich auf fast 13 Prozent. Bereits am 9. September hatte Brent bei 100,71 US-Dollar gestanden, am 3. September bei 94,02 US-Dollar und am 1. September bei 92,03 US-Dollar. Zu Wochenbeginn lag Brent bei 91,52 US-Dollar, ein Plus von zweieinhalb Prozent. Am Mittwoch stieg der Kurs zwischenzeitlich bis auf 97 Dollar. Seit Montag legte Brent um mehr als fünf Prozent zu. Auf das gesamte laufende Jahr gerechnet liegen sowohl Brent als auch WTI 64 Prozent im Plus. Der bisherige Jahres-Höchstwert für WTI in Höhe von 119,48 Dollar wurde Anfang März erreicht. Der alte Höchststand von 120 Dollar wurde damals ebenfalls tangiert, und auch die Marke von 110 Dollar war in diesem Zeitraum mehrfach im Fokus.

Ein weiterer Preistreiber zeigt sich beim Diesel. In den USA kletterte der Dieselpreis erstmals auf über sechs Dollar je Gallone. Der Ukraine-Krieg sorgt für eine zusätzliche Verknappung des Dieselangebots. Da Diesel sowohl den Güterverkehr als auch die Landwirtschaft antreibt, wirken sich steigende Preise hier besonders direkt auf weite Teile der Wirtschaft aus.

Auch die militärische Lage hat sich weiter zugespitzt. Die USA zerstörten fünf iranische Rohöltanker, einen davon versenkten sie komplett. Bereits am Samstag hatten US-Streitkräfte drei iranische Öltanker attackiert. Der Iran feuerte Raketen auf Jordanien ab; 20 ballistische Geschosse wurden dort abgefangen. Auch Kuwait war erneut das Ziel iranischer Angriffe. In der Straße von Hormus wurde ein Öltanker unter Beschuss genommen. Die Huthi-Rebellen übernahmen die Kontrolle über den jemenitischen Hafen Mocha. Frankreich sichert das saudische Ölterminal Yanbu militärisch ab. Zudem werden dem Iran Attacken auf Pipelines und Raffinerien in arabischen Nachbarstaaten zugerechnet.

Auf der Angebotsseite zeigen sich widersprüchliche Tendenzen. Die OPEC senkte ihre Nachfrageprognose für das Jahr 2026. Gleichzeitig ging die Förderung der Organisation im August zurück. Eine verhaltene Nachfrageerwartung trifft somit auf ein geringeres Angebot – ein Spannungsfeld, das die Preise zusätzlich schwanken lässt. US-Außenminister Marco Rubio erklärte mit Blick auf die militärische Situation, der Iran versuche weiterhin, Schiffe der US-Marine anzugreifen.

Rückblick: Der Weg zur Eskalation

Die gegenwärtige Zuspitzung steht nicht für sich allein. Bereits am 22.07.2026 hatte aktien.news gemeldet, dass die Ölpreise ein Sechswochenhoch erklommen hatten: Brent mit September-Fälligkeit legte um 2,4 Prozent auf 93,17 Dollar je Barrel zu, die US-Sorte WTI stieg um 2,4 Prozent auf 86,32 Dollar – der höchste Stand seit dem 11. Juni. Damals hatten die US-Streitkräfte erklärt, bereits am Dienstag zuvor militärisch aktiv geworden zu sein.

Am 08.07.2026 waren die Ölpreise nach deutlichen Aussagen von US-Präsident Donald Trump kräftig gestiegen. Brent zur Lieferung im August kletterte auf 78,50 US-Dollar, ein Plus von 5,85 Prozent. Trump hatte am Rande des Nato-Gipfels erklärt, er strebe keine Einigung mit dem Iran mehr an, und bezeichnete weitere Verhandlungen als Zeitverschwendung.

Bereits am 05.05.2026 hatte aktien.news über die Krise in der Straße von Hormus berichtet. Brent zur Lieferung im Juli war damals zwischenzeitlich auf 113,13 US-Dollar gefallen, nachdem der Iran Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten attackiert und in Brand gesetzt hatte. Seit Kriegsbeginn Ende Februar hatte der Rohölpreis zu diesem Zeitpunkt um über 40 Dollar zugelegt.

Am 16.03.2026 berichtete aktien.news, dass sich die Spannungen nach US-israelischen Angriffen auf den Iran massiv verschärft hatten. Binnen eines Monats waren die Ölpreise um über 40 Prozent gestiegen. Brent notierte bei rund 104,41 US-Dollar, WTI bei 99,25 US-Dollar – der höchste Stand seit 2022. Vor Kriegsbeginn flossen durch die Straße von Hormus rund 20 Prozent des weltweiten Ölangebots.

Bedeutung für Rohstoff-Anleger

Für Anleger, die auf Rohstoffe setzen, ist der Ölpreis ein zentraler Gradmesser, dessen Wirkung weit über den Energiesektor hinausgeht. Steigende Ölpreise erhöhen den Inflationsdruck, weil Transport, Produktion und Heizung teurer werden. Das belastet konsumnahe Unternehmen ebenso wie den Handel und kann die Geldpolitik der Notenbanken beeinflussen.

Direkt vom Ölpreis betroffen sind Energieaktien, Ölkonzerne und Rohstofffonds. Wer in diesen Segmenten investiert ist, profitiert tendenziell von einer Preishausse, trägt aber auch das Risiko scharfer Korrekturen, falls sich die geopolitische Lage entspannt. Unternehmen mit hohem Energieverbrauch – etwa aus Chemie, Logistik oder Luftfahrt – leiden dagegen unter steigenden Kosten. Für Rohstoff-Anleger empfiehlt es sich daher, die Abhängigkeit des eigenen Depots von der Ölpreisentwicklung genau zu prüfen.

Eine Schlüsselrolle kommt der Straße von Hormus zu, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölangebots transportiert wird. Solange die Passage unsicher bleibt, ist ein Risikoaufschlag im Preis enthalten. Sollte sich die Lage beruhigen und die Durchfahrt wieder ungehindert möglich sein, könnte dieser Aufschlag ganz oder teilweise entfallen.

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