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Rohöl gibt nach: Hoffnung auf Hormuz-Deal zwischen USA und Iran

Die Ölpreise sind am Freitag eingebrochen, nachdem neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran über einen schrittweisen Deal zur Straße von Hormuz bekannt wurden. Für Rohstoff-Anleger bleibt die Entwicklung angesichts der gescheiterten Juni-Vereinbarung

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Rohöl gibt nach: Hoffnung auf Hormuz-Deal zwischen USA und Iran

Die Rohölnotierungen sind am Freitag merklich unter Druck geraten, nachdem Meldungen über frische Verhandlungen zwischen Washington und Teheran die Erwartung einer friedlichen Konfliktlösung am Persischen Golf gestärkt hatten. Wie CNBC World unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, loten beide Seiten in New York die Möglichkeit eines schrittweisen Abkommens aus. Die Terminkontrakte der internationalen Referenzsorte Brent Crude zur November-Fälligkeit gaben um 1,53 Prozent auf 104,97 Dollar je Barrel nach. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung verbilligte sich sogar um 2,21 Prozent auf 92,52 Dollar je Barrel.

Im Kern der Verhandlungen steht offenbar eine Vereinbarung zur Passage in der Straße von Hormuz, einer der bedeutendsten Handelsrouten für den weltweiten Öltransport. Ein ranghoher iranischer Diplomat erklärte gegenüber Reuters, der vielversprechendste Ansatz sei, dass Teheran die Durchfahrt durch die Meerenge gewährleistet – vorausgesetzt, die USA heben ihre Seeblockade auf. Diese Grundlage war bereits am 17. Juni in einer Absichtserklärung zwischen beiden Nationen festgehalten worden. Das damalige Abkommen scheiterte jedoch rasch und mündete in erneute militärische Auseinandersetzungen.

Ungewisser Stand der Verhandlungen

Was die aktuellen Gespräche von dem gescheiterten Versuch im Juni unterscheidet, ist bislang nicht bekannt. Nach Informationen des Senders Al Jazeera drängt der Iran darauf, dass die USA noch vor den Zwischenwahlen im November zu der damaligen Absichtserklärung zurückkehren. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian habe dies am Rande der UN-Generalversammlung gegenüber Journalisten geäußert. Die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien erfolgt offenbar nicht auf direktem Wege, sondern über Mittelsmänner.

„Es ist allgemein bekannt, dass beide Seiten über Vermittler kommunizieren“, sagte David Morrison, Chef-Marktanalyst bei Trade Nation. Der Fachmann wies gleichzeitig auf die weiterhin große Unsicherheit der Marktteilnehmer hin. Diese äußerten weiterhin Besorgnis über eine anhaltend hohe Teuerungsrate, gestiegene Energiekosten sowie die kriegerischen Äußerungen der USA und des Iran auf der UN-Vollversammlung in New York.

Für Anleger in Rohstoffwerte ist die Preisentwicklung beim Rohöl von großer Tragweite. Die Ölnotierungen beeinflussen über Heizausgaben, Kraftstoffpreise und Transportkosten unmittelbar die Inflationsentwicklung – und damit auch den geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank. Ein dauerhafter Rückgang der Energiepreise könnte den Preisauftrieb im Euroraum abschwächen, wohingegen eine erneute Zuspitzung der Lage am Persischen Golf die Notierungen rasch wieder ansteigen lassen würde. Die Straße von Hormuz gilt als strategisch kritischer Engpass: Ein beträchtlicher Anteil der globalen Rohölexporte wird durch diese Wasserstraße bewegt.

Die jüngste Preiskorrektur verdeutlicht, wie empfindlich der Markt auf politische Impulse reagiert. Bereits die bloße Perspektive eines abgestuften Abkommens genügte, um die Kurse von Brent und WTI deutlich fallen zu lassen. Ob die Gespräche in New York tatsächlich zu einer nachhaltigen Befriedung führen, ist angesichts des gescheiterten Juni-Abkommens jedoch fraglich. Rohstoff-Anleger werden die weitere Entwicklung an der Nachrichtenfront daher aufmerksam verfolgen müssen – und dabei sowohl die diplomatischen Annäherungen als auch die weiterhin aggressive Rhetorik beider Konfliktparteien im Auge behalten.

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