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Ölmarkt: Straße von Hormus-Blockade ohne schnelles Ende

Die größte Energieversorgungsstörung seit 40 Jahren hält die Ölmärkte in Atem – eine schnelle Rückkehr zur Normalität ist unwahrscheinlich.

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Ölmarkt: Straße von Hormus-Blockade ohne schnelles Ende

Der Ölmarkt erlebt derzeit eine der schwersten Versorgungsunterbrechungen seiner Geschichte. Seit Beginn des Iran-Krieges hat sich der Ölfluss durch die Straße von Hormus nach Schätzungen von Energy Aspects um mindestens 10 Millionen Barrel pro Tag verringert. Das entspricht fast dem 2,5-fachen der russischen Rohölexporte, die zu Beginn des Ukraine-Krieges als gefährdet galten.

Die Auswirkungen gehen weit über Rohöl hinaus. Der Durchfluss von Ölprodukten und Flüssiggas (LPG) sank ebenfalls um 5 Millionen Barrel pro Tag. Beim Flüssigerdgas (LNG) ist eine Menge von fast 85 Millionen Tonnen pro Jahr blockiert – das entspricht rund 20 Prozent des weltweiten Angebots.

Extreme Preisausschläge beim Brent-Öl

Die Volatilität an den Ölmärkten hat ein extremes Ausmaß erreicht. Am Montag schwankte die Referenzsorte Brent in einer Spanne von 35 US-Dollar und stieg zeitweise auf fast 120 Dollar pro Barrel. Auslöser war die Befürchtung einer dauerhaften Sperrung der Meerenge. Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über ein baldiges Kriegsende ließen die Preise anschließend wieder fallen.

Dennoch diskutieren die G7-Staaten über die Freigabe strategischer Ölreserven, während asiatische Volkswirtschaften Energiesparmaßnahmen einführen. Amara Bhattacharya von Energy Aspects stellt die entscheidende Frage: Wenn die Auswirkungen wirklich nur von kurzer Dauer wären, warum wären dann solche Notfallmaßnahmen überhaupt erforderlich?

Selbst umfangreiche Freigaben aus strategischen Reserven könnten den Ausfall von mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag nicht vollständig kompensieren. Endliche Vorräte können wegfallende Lieferströme selten ersetzen – insbesondere ohne klaren Zeitplan für das Ende der Unterbrechung. Ein vergleichbares strategisches Gaslager existiert zudem nicht.

Asiatische Volkswirtschaften besonders exponiert

Die geopolitischen Folgen treffen vor allem Asien hart. China, Indien, Japan und Südkorea beziehen zusammen fast 70 Prozent der nahöstlichen Rohölströme durch die Straße von Hormus und decken damit nahezu die Hälfte ihres gesamten Rohölbedarfs über diese Route. Die Notwendigkeit, ihre Energieversorgung zu sichern, wächst damit dramatisch.

Die Analysten von Energy Aspects gehen davon aus, dass die Rohölpreise ihre Rally fortsetzen werden, bis die Nachfrage aufgrund von Produktionskürzungen von über 7 Millionen Barrel pro Tag gedrosselt wird. Die Volatilität dürfte hoch bleiben, solange keine klare Perspektive für eine Wiedereröffnung der Meerenge besteht.

Auch nach einem möglichen Waffenstillstand wird die Risikowahrnehmung am Markt eine andere sein. Der Iran hat seine jahrelange Drohung, die Straße von Hormus zu blockieren, tatsächlich wahr gemacht. Selbst wenn die USA ihre erklärten Ziele – Schwächung des iranischen Raketen- und Drohnenprogramms sowie Dezimierung der Revolutionsgarden – erreichen, bleibt die Stabilität der Region ungewiss. Ein Machtvakuum in Teheran oder ein geschwächtes, aber weiterhin aggressives Regime könnten die Lage langfristig destabilisieren.

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