Schlumberger-Aktie fällt nach Warnung wegen Nahost-Störungen
Der Ölfelddienstleister setzt Reisen in die Region aus und warnt vor Umsatzeinbußen im ersten Quartal.

Die Aktie von Schlumberger verlor am Mittwoch im vorbörslichen Handel rund 2 Prozent. Auslöser war eine negative Gewinnwarnung des Ölfelddienstleisters, die als erste formelle Warnung eines S&P-500-Unternehmens im Zusammenhang mit dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten gilt.
Schlumberger teilte mit, sämtliche Reisen in den und durch den Nahen Osten ausgesetzt zu haben. Zudem hat das Unternehmen mit der sogenannten Demobilisierung – also dem geordneten Rückzug aus dem operativen Betrieb – in mehreren Ländern der Region begonnen. Welche Länder konkret betroffen sind, ließ das Unternehmen offen.
Der Konzern warnte, dass der Umsatz im ersten Quartal aufgrund dieser Unterbrechungen unter den bisherigen Erwartungen liegen wird. Zusätzlich rechnet Schlumberger mit Sonderkosten in Höhe von 6 bis 9 US-Cent je Aktie, die aus den operativen Änderungen resultieren. Einen Zeitplan für eine mögliche Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit nannte das Unternehmen nicht.
Erste große Gewinnwarnung wegen Nahost-Konflikt
Die Ankündigung hat über das Unternehmen selbst hinaus Signalwirkung. Schlumberger ist damit das erste bedeutende Unternehmen im S&P 500, das offiziell vor den finanziellen Folgen der Nahost-Lage warnt. Analysten und Investoren beobachten die Entwicklung genau, da zahlreiche weitere Konzerne mit Aktivitäten in der Region ähnliche Risiken tragen könnten.
Für das erste und zweite Quartal könnten weitere Unternehmen mit Geschäftstätigkeit im Nahen Osten unter Druck geraten. Schlumberger gilt als einer der weltweit größten Anbieter von Dienstleistungen für die Öl- und Gasindustrie und ist in der Region traditionell stark vertreten. Die Warnung unterstreicht, wie direkt geopolitische Spannungen die Ergebnisse international aufgestellter Konzerne beeinflussen können.
