US-Ölproduktion fällt auf niedrigsten Stand seit Juni 2024
Die amerikanische Rohölförderung sank im Dezember auf 13,66 Millionen Barrel täglich – bei gleichzeitig steigender Nachfrage.

Die US-Ölproduktion ist im Dezember 2024 den zweiten Monat in Folge gefallen und erreichte mit durchschnittlich 13,66 Millionen Barrel pro Tag (bpd) den niedrigsten Stand seit Juni vergangenen Jahres. Das geht aus Daten der Energy Information Administration (EIA) hervor. Gegenüber November entspricht das einem Rückgang von rund 133.000 bpd.
Dieser monatliche Produktionsrückgang war der stärkste seit Januar 2024, als extreme Wetterbedingungen wichtige Förderzentren lahmlegten. Analysten hatten eine Verlangsamung der Förderung bereits erwartet – als direkte Reaktion auf den deutlichen Preisverfall beim Rohöl. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) notierte zuletzt bei rund 67 US-Dollar je Barrel, verglichen mit etwa 77,50 Dollar im Vorjahreszeitraum.
Die USA sind sowohl der weltgrößte Ölproduzent als auch der weltgrößte Verbraucher – ein Rückgang der heimischen Förderung hat damit globale Bedeutung für die Ölmärkte und die Preisentwicklung.
Nachfrage auf Mehrmonatshoch
Während die Produktion sank, stieg die Gesamtnachfrage nach Öl in den USA im Dezember kräftig an. Sie kletterte um 624.000 bpd auf 20,85 Millionen bpd – den höchsten Stand seit August 2024. Das zeigt die Schere zwischen heimischer Förderung und Verbrauch deutlich auf.
Im Detail stieg die Benzinnachfrage um 101.000 bpd auf 8,78 Millionen bpd. Die Nachfrage nach Destillaten – darunter Diesel und Heizöl – erhöhte sich um 16.000 bpd auf 3,81 Millionen bpd. Gerade Heizöl spielt für Verbraucher in Deutschland und Europa als Preisreferenz eine wichtige Rolle.
Erdgasförderung auf Rekordniveau
Einen anderen Trend zeigt der Erdgassektor: Die Brutto-Erdgasförderung der USA in den 48 zusammenhängenden Bundesstaaten erreichte im Dezember mit 135,9 Milliarden Kubikfuß pro Tag (bcfd) einen neuen Rekordwert. Der bisherige Höchststand von 134,2 bcfd war erst im November verzeichnet worden.
Texas, der bedeutendste Erdgasförderstaat der USA, steigerte seine monatliche Produktion im Dezember um 1 Prozent auf ein Allzeithoch von 38,5 bcfd. Pennsylvania legte ebenfalls zu: Die Förderung stieg um 2 Prozent auf 21,5 bcfd – knapp unterhalb des bisherigen Rekords von 21,9 bcfd aus dem Dezember 2021. Die rekordhohe Gasproduktion dürfte den globalen Flüssiggasmarkt (LNG) beeinflussen, von dem auch Europa als Importeur zunehmend abhängt.
