Saudi Aramco verkauft erste Jafurah-Kondensatladungen an Chevron und Exxon
Der staatliche Energiekonzern bereitet sich auf den ersten Export des ultraleichten Rohöls aus dem 100-Milliarden-Dollar-Projekt noch im Februar vor.

Saudi Aramco hat erste Ladungen des ultraleichten Rohöls aus seinem Megaprojekt Jafurah an die US-Energieriesen Chevron und Exxon Mobil verkauft. Das berichten vier Handelsquellen übereinstimmend. Der staatliche saudische Energiekonzern steht damit kurz vor dem ersten Export des begehrten Kondensats.
Chevron hat demnach zwei Ladungen zur Verladung im Februar und März erworben, während Exxon Mobil eine Ladung für den kommenden Monat gesichert hat. Die Verkaufspreise lagen mit einem Aufschlag von 2 bis 3 US-Dollar pro Barrel über den Dubai-Notierungen auf Free-on-Board-Basis.
Chevrons erste Lieferung soll voraussichtlich an die südkoreanische Joint-Venture-Raffinerie GS Caltex gehen. Die zweite Ladung könnte nach Thailand an Star Petroleum Refining (SPRC) geliefert werden, so zwei der Quellen.
Größtes Schieferprojekt außerhalb der USA
Das Jafurah-Projekt gilt als potenziell größtes Schiefergasprojekt außerhalb der Vereinigten Staaten. Die Anlage, in die Saudi Aramco rund 100 Milliarden US-Dollar investiert, soll bis 2030 eine nachhaltige Gasproduktion von 2 Milliarden Kubikfuß pro Tag erreichen. Das Feld beherbergt schätzungsweise 229 Billionen Standardkubikfuß Rohgas sowie 75 Milliarden Barrel Kondensat.
Aramco plant, monatlich vier bis sechs Ladungen à 500.000 Barrel Jafurah-Kondensat über den östlichen Hafen Juaymah zu exportieren. Das Projekt ist ein zentraler Baustein der Strategie des Konzerns, seine Gasproduktion erheblich auszubauen und als bedeutender globaler Akteur im Erdgassektor Fuß zu fassen.
Hochwertiger Rohstoff für Petrochemie
Das Jafurah-Kondensat zeichnet sich durch eine API-Dichte von 49,7 Grad und einen Schwefelgehalt von rund 0,17 Prozent aus. Kondensat ist eine nicht-gasförmige Flüssigkeit, die in sogenannten Splittern verarbeitet werden kann, um den petrochemischen Rohstoff Naphtha sowie andere raffinierte Produkte herzustellen, oder die mit Rohöl gemischt und in Raffinerien destilliert wird.
Etwa 40 Prozent des Ertrags entfallen auf Naphtha, hauptsächlich in der schwereren Qualität. Der Großteil der übrigen Produktion besteht aus Gasöl und Kerosin – beides gefragte Produkte auf den internationalen Energiemärkten.
Saudi Aramco erklärte, man arbeite eng mit dem Energieministerium zusammen, um die Produktion sicher hochzufahren. Zu Marktspekulationen oder spezifischen kommerziellen Vereinbarungen äußere sich das Unternehmen grundsätzlich nicht. Chevron lehnte eine Stellungnahme ab, Exxon und SPRC reagierten zunächst nicht auf Anfragen.
