OPEC+ erwägt Ölfördererhöhung um 137.000 Barrel im April
Acht OPEC+-Produzenten treffen sich am 1. März, um über eine Ausweitung der Ölproduktion zu beraten.

Die OPEC+ erwägt laut Insidern, ihre Ölförderung im April um 137.000 Barrel pro Tag anzuheben. Dies würde die schrittweise Rücknahme der bisherigen Produktionskürzungen fortsetzen, die die Allianz seit Monaten vorbereitet. Die Entscheidung könnte erhebliche Auswirkungen auf den globalen Ölpreis haben.
Acht führende OPEC+-Mitglieder – Saudi-Arabien, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kasachstan, Kuwait, der Irak, Algerien und der Oman – kommen am 1. März zu Beratungen zusammen. Eine Produktionserhöhung würde es insbesondere Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ermöglichen, verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. Andere Mitglieder wie Russland und der Iran kämpfen derweil mit westlichen Sanktionen, die ihre Exportmöglichkeiten einschränken.
Kasachstan spielt dabei eine besondere Rolle: Das zentralasiatische Land erholt sich derzeit von einer Reihe von Produktionsrückschlägen und könnte von einer koordinierten Förderausweitung profitieren. Die OPEC sowie die Behörden in Russland und Saudi-Arabien reagierten auf Anfragen von Reuters zunächst nicht.
Notfallplan für Iran-Szenario
Unabhängig von den laufenden Produktionsgesprächen hat Saudi-Arabien einem Bericht zufolge einen Notfallplan aktiviert. Dieser sieht eine kurzfristige Steigerung der Ölförderung und -exporte vor, falls ein möglicher US-Angriff auf den Iran den Ölfluss aus dem Nahen Osten unterbrechen sollte. Zwei mit dem saudischen Plan vertraute Quellen bestätigten dies gegenüber Reuters.
Der Nahe Osten ist eine der wichtigsten Ölregionen der Welt. Störungen in der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen, könnten die globalen Energiemärkte stark belasten. Saudi-Arabien positioniert sich damit als stabilisierender Faktor in einem geopolitisch angespannten Umfeld.
Für deutsche Anleger und Verbraucher sind diese Entwicklungen besonders relevant, da der Ölpreis direkt die Energiekosten und damit die Inflation beeinflusst. Ein Anstieg der OPEC+-Förderung würde tendenziell den Ölpreis dämpfen, während geopolitische Eskalationen im Nahen Osten gegenteilige Effekte haben könnten.
