Ölpreise steigen nach OPEC+-Beschluss zu Förderausweitung
Fördererhöhung fällt deutlich geringer aus als in den Vormonaten

Die Ölpreise haben am Montag zugelegt, nachdem die Produzentenallianz OPEC+ eine moderate Erhöhung der Fördermengen beschlossen hat.
Brent-Rohöl verteuerte sich bis zum Nachmittag um 48 Cent auf 65,98 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 39 Cent auf 62,26 Dollar. Beide Sorten hatten zuvor zeitweise um mehr als einen Dollar zugelegt. Am Freitag waren die Preise noch um mehr als zwei Prozent gefallen.
OPEC+ – bestehend aus den Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder sowie Russland und weiteren Partnern – einigte sich am Sonntag auf eine zusätzliche Erhöhung der Produktion ab Oktober. Acht Mitglieder der Gruppe sollen die Förderung um insgesamt 137.000 Barrel pro Tag anheben. Damit fällt der Zuwachs geringer aus als in den Vormonaten, als die Steigerungen zwischen 411.000 und 555.000 Barrel pro Tag lagen.
Analysten gehen davon aus, dass die Wirkung begrenzt sein dürfte, da einige Länder bereits oberhalb ihrer Förderziele produzieren. OPEC veröffentlichte zudem einen Plan, nach dem sechs Mitglieder bis Juni 2026 schrittweise Produktionskürzungen vornehmen müssen, um Übermengen auszugleichen.
Saudi-Arabien senkte am Montag den offiziellen Verkaufspreis für Arab Light-Rohöl nach Asien.
Zusätzlich beeinflussten geopolitische Faktoren den Markt. US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag, dass eine zweite Sanktionsrunde gegen Russland vorbereitet werde. Neue Maßnahmen könnten den Handel mit russischem Öl erschweren. Russland hatte am Wochenende den bislang größten Luftangriff des Kriegs gegen die Ukraine durchgeführt.
Die Investmentbank Goldman Sachs rechnet in einer Einschätzung mit einem leichten Angebotsüberschuss ab 2026. Die Preisprognosen für Brent und WTI im Jahr 2025 wurden unverändert belassen.
