UBS hebt Brent-Ölpreisprognose für 2026 auf 72 Dollar
Die Schweizer Großbank korrigiert ihre Ölpreis-Schätzungen deutlich nach oben – um bis zu zehn Dollar pro Barrel.

UBS hat ihre Prognosen für den Brent-Rohölpreis deutlich angehoben. Für das erste Quartal 2026 erwartet die Schweizer Großbank nun einen Durchschnittspreis von 71 Dollar pro Barrel – was für März einen Wert von rund 80 Dollar impliziert. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet UBS mit 72 Dollar pro Barrel, eine Anhebung um 10 Dollar gegenüber der vorherigen Schätzung.
Die Prognosen für die Folgejahre lässt die Bank vorerst unverändert: 70 Dollar für 2027 und 75 Dollar für 2028. Dabei betont UBS, dass die Risiken eher nach oben gerichtet seien – also dass die Preise die Erwartungen eher übertreffen dürften.
Zum Zeitpunkt der Meldung notierte Brent bei rund 82,32 Dollar pro Barrel, nachdem die Sorte am Dienstag den höchsten Stand seit Januar 2025 erreicht hatte. Die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) lag bei etwa 74,73 Dollar pro Barrel und verzeichnete damit den höchsten Stand seit Juni.
Geopolitische Risiken als Preistreiber
UBS nennt geopolitische Spannungen als wesentlichen Faktor für ihre überarbeiteten Schätzungen. Angriffe auf regionale Energieinfrastruktur – etwa auf katarische LNG-Anlagen – könnten den Brent-Preis auf über 90 Dollar treiben. Eine länger anhaltende Schließung der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Öl-Transitrouten der Welt, hätte das Potenzial, die Preise sogar über die Marke von 100 Dollar pro Barrel zu heben.
Gleichzeitig hält UBS eine Rückkehr auf das Preisniveau von Jahresbeginn für unwahrscheinlich. Selbst eine kurzfristige Deeskalation der geopolitischen Lage würde nur einen Teil der eingepreisten Risikoprämie abbauen – ein Rückfall auf 60 Dollar sei nicht zu erwarten.
Für deutsche Anleger und Energieunternehmen sind die revidierten UBS-Schätzungen relevant: Höhere Ölpreise belasten Verbraucher und energieintensive Industrien, bieten jedoch Chancen für Investoren im Rohstoff- und Energiesektor.
