Ölpreise steigen 15 Prozent – Nahost-Konflikt erschüttert Weltmärkte
Der eskalierte Nahostkonflikt treibt die Energiepreise in die Höhe und versetzt die globalen Finanzmärkte in Alarmbereitschaft.

Die Rohölpreise der Sorte Brent haben in dieser Woche bereits rund 15 Prozent zugelegt und kletterten am Mittwoch um weitere knapp 3 Prozent auf über 83 US-Dollar pro Barrel. Der anhaltende Nahostkonflikt, der nun in seinen fünften Tag geht, stört den globalen Schiffsverkehr und schürt Inflationsängste weltweit. Auch die Erdgaspreise in Europa und Asien zogen sprunghaft an.
US-Präsident Trump erklärte, die Vereinigten Staaten könnten erwägen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren. Das strategisch wichtige Nadelöhr für den globalen Energiehandel ist praktisch zum Stillstand gekommen. Eine Unterbrechung der Lieferwege durch die Straße von Hormus hätte massive Folgen für die Energieversorgung Europas und Asiens.
Asiatische Märkte unter besonderem Druck
Während sich US-amerikanische und europäische Märkte zumindest stabilisierten, verschärfte sich der Ausverkauf in Asien deutlich. Der südkoreanische Kospi-Index brach am Mittwoch um rekordverdächtige 12 Prozent ein – ein historischer Einbruch für den wichtigen Schwellenmarkt. Als Netto-Energieexporteur gelten die USA gegenüber Lieferunterbrechungen als deutlich besser geschützt als europäische und asiatische Volkswirtschaften.
Der Aktienindex von Dubai fiel um fast 5 Prozent, nachdem der Handel nach einer zweitägigen Unterbrechung infolge direkter Angriffe wieder aufgenommen worden war. Die Ausweitung der Kämpfe im Nahen Osten droht nicht nur die Energieversorgung zu belasten, sondern auch die globale Lieferkette empfindlich zu stören. Für europäische Anleger sind die steigenden Energiepreise besonders besorgniserregend, da sie die Inflation erneut anheizen könnten.
Bitcoin erholte sich am Mittwoch, nachdem die Kryptowährung zu Beginn der Woche unter Druck geraten war. Risikobehaftete Anlagen stehen generell im Fokus der Anleger, die in unsicheren Zeiten sichere Häfen suchen. Gold und andere klassische Fluchtwerte dürften weiter gefragt bleiben.
