Irak kürzt Ölförderung drastisch wegen voller Lager und Tanker-Krise
Volle Speicher und gemiedene Schifffahrtsrouten zwingen den Irak zu massiven Produktionskürzungen.

Der Irak hat seine Rohölproduktion um mehr als die Hälfte gedrosselt. Volle Lagerkapazitäten und die Meidung der Straße von Hormus durch Tanker nach Angriffen auf die Schifffahrt in der Region sind die Hauptursachen. Irakische Ölbeamte bestätigten die Maßnahmen am Mittwoch.
Besonders stark trifft es das Rumaila-Ölfeld, das größte des Landes: Dort wurde die Förderung um 700.000 Barrel pro Tag reduziert. Im Feld West Qurna 2 sank die Produktion um rund 450.000 Barrel täglich. Das Maysan-Ölfeld verzeichnet eine Kürzung von etwa 350.000 Barrel pro Tag.
Kirkuk-Förderung komplett ausgesetzt
Darüber hinaus hat der Irak die Rohölförderung in der nördlichen Region Kirkuk als Vorsichtsmaßnahme vollständig eingestellt. Zusammen ergeben die Kürzungen ein erhebliches Volumen, das den globalen Ölmarkt belasten könnte. Der Irak gehört zu den größten Ölproduzenten der Welt und ist ein zentrales OPEC-Mitglied.
Die Produktionskürzungen sind direkte Folge der angespannten Sicherheitslage im Persischen Golf. Tanker meiden zunehmend die strategisch wichtige Straße von Hormus, was die Exportmöglichkeiten des Landes erheblich einschränkt. Ohne Abnehmer für das geförderte Öl sind die Lagerkapazitäten schnell erschöpft.
Für Anleger und Energiemärkte ist die Entwicklung bedeutsam. Eine anhaltende Förderreduktion im Irak könnte den Ölpreis mittelfristig stützen oder antreiben, insbesondere wenn weitere OPEC-Länder betroffen sein sollten. Investoren beobachten die Lage an der Straße von Hormus daher mit großer Aufmerksamkeit.
