UBS hebt Brent-Preisprognose 2026 wegen Nahost-Konflikt an
Die Schweizer Großbank begründet die Anhebung um 10 Dollar mit der Eskalation im Nahen Osten und der faktischen Schließung der Straße von Hormus.

Die UBS hat ihre Prognosen für den durchschnittlichen Brent-Rohölpreis deutlich nach oben korrigiert. Für das erste Quartal 2026 erwartet die Schweizer Großbank nun 71 Dollar pro Barrel – was für den Monat März einen Preis von rund 80 Dollar impliziert. Für das Gesamtjahr 2026 hebt die Bank ihre Schätzung um 10 Dollar auf 72 Dollar je Barrel an.
Als Haupttreiber nennt die UBS den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten sowie die derzeit faktisch geschlossene Straße von Hormus. Diese Meerenge ist eine der wichtigsten Öl-Transitrouten weltweit und verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer. Eine Unterbrechung des Schiffsverkehrs dort trifft die globalen Energiemärkte unmittelbar.
Am Markt spiegelt sich die erhöhte Risikowahrnehmung bereits wider: Brent-Rohöl notierte zuletzt bei rund 82,32 Dollar je Barrel, nachdem die Sorte am Dienstag auf dem höchsten Stand seit Januar 2025 geschlossen hatte. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag bei etwa 74,73 Dollar je Barrel und erreichte damit den höchsten Stand seit Juni.
Szenarien mit Preisen über 90 und 100 Dollar möglich
Die UBS warnt vor erheblichen Aufwärtsrisiken. Sollten Angriffe auf regionale Energieinfrastruktur erfolgen – etwa auf katarische Flüssigerdgas-Anlagen (LNG) – könnte der Brent-Preis über 90 Dollar je Barrel steigen. Eine länger anhaltende Schließung der Straße von Hormus hätte nach Einschätzung der Bank das Potenzial, die Preise sogar über die Marke von 100 Dollar zu treiben.
Für die Jahre 2027 und 2028 belässt die UBS ihre Prognosen vorerst unverändert bei 70 beziehungsweise 75 Dollar je Barrel. Allerdings betont die Bank ausdrücklich, dass auch hier die Risiken nach oben gerichtet seien.
Eine kurzfristige Deeskalation im Nahen Osten könnte zwar einen Teil der eingepreisten Risikoprämie wieder abbauen. Die UBS hält es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Preise auf das Niveau von rund 60 Dollar zurückfallen, das zu Beginn des Jahres verzeichnet wurde. Für deutsche Anleger, die in Öl-Aktien oder Energie-ETFs investiert sind, unterstreicht die Analyse die anhaltende Bedeutung geopolitischer Risiken für die Rohstoffmärkte.
