Nahost-Spannungen drücken Wall Street – Ölpreise steigen kräftig
Eskalation rund um den Iran belastet US-Aktienmärkte und treibt Rohölpreise auf Mehrmonatshochs.

Die US-Aktienmärkte haben am Dienstag deutlich nachgegeben. Anhaltende Spannungen im Nahen Osten rund um den Iran verunsicherten die Anleger und sorgten für erhebliche Kursverluste. Der S&P 500 verlor letztlich 0,9 Prozent, nachdem er zwischenzeitlich mehr als 2 Prozent im Minus gelegen hatte.
Der Dow Jones Industrial Average büßte 403,51 Punkte beziehungsweise 0,8 Prozent ein. Der technologielastige Nasdaq Composite schloss 1,0 Prozent tiefer. Beide Indizes zeigten damit eine leichte Erholung von den Tagestiefs, ohne jedoch ins Plus zu drehen.
Ölpreise auf Mehrmonatshoch
Die Rohölmärkte reagierten deutlich stärker auf die geopolitische Lage. Brent-Rohöl-Futures sprangen zeitweise auf über 85 US-Dollar je Barrel – den höchsten Stand seit Mitte 2024. Zum Handelsschluss notierten sie bei rund 81 US-Dollar, was einem Tagesgewinn von etwa 5 Prozent gegenüber dem Montag-Schlusskurs entspricht.
Auslöser war unter anderem eine Aussage von US-Präsident Donald Trump, wonach die US-Marine Tanker durch die strategisch wichtige Straße von Hormus eskortieren könnte. Diese Meerenge im Persischen Golf ist eine der wichtigsten Ölversorgungsrouten der Welt und verbindet die Golfstaaten mit den globalen Märkten.
Inflationssorgen und Zinspolitik unter Druck
Parallel zur Marktkorrektur stiegen die Inflationserwartungen in den USA. Die sogenannten fünfjährigen Breakeven-Raten – ein Marktindikator für die erwartete Inflation – legten spürbar zu. Breakeven-Raten messen die Differenz zwischen nominalen Staatsanleiherenditen und inflationsgeschützten Papieren.
An den Terminmärkten sank die Wahrscheinlichkeit für zwei oder mehr Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve um jeweils 0,25 Prozentpunkte im laufenden Jahr. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen erneut und schlossen bei 4,056 Prozent. Steigende Anleiherenditen verteuern Kredite und belasten in der Regel Wachstumswerte an den Aktienmärkten.
