Saudi-Arabien plant weltgrößtes Unternehmen für grünen Wasserstoff
Neuer Mega-Konzern soll Europas Wasserstoffbedarf nachhaltig decken

Saudi-Arabien plant die Gründung eines Megaunternehmens für die Produktion von grünem Wasserstoff, das größte seiner Art weltweit. Der Standort des Unternehmens wird im Nahen Osten liegen, und es soll mindestens zehn Prozent der globalen Nachfrage decken. Deutschland ist einer der Hauptzielmärkte für die Exporte des geplanten Konzerns. Dieser Schritt könnte die Herausforderungen im Wasserstoffmarkt grundlegend verändern, wo sich der Ausbau bisher verzögert und Projekte verschoben oder abgesagt werden.
Das saudische Unternehmen wird vom Staatsfonds Public Investment Fund (PIF) unterstützt, und der deutsche Energiemanager Cord Landsmann soll an der Spitze des neuen Unternehmens stehen. Beteiligt sind außerdem große Unternehmen wie Thyssen-Krupp Nucera und Siemens Energy. Saudi-Arabien plant, die Energie in Form von grünem Ammoniak per Schiff zu exportieren, was die kostengünstige Solarenergie aus der Region optimal nutzen würde.
Das Interesse am Wasserstoffmarkt wächst weltweit, da dieser Energieträger als Schlüssel für eine klimaneutrale Zukunft gilt. Dennoch kommt der Markt bisher nur langsam in Schwung. Verzögerungen und die hohen Produktionskosten erschweren den Aufbau der notwendigen Infrastruktur. Aktuell gibt es weltweit nur Anlagenkapazitäten für eine Million Tonnen grünen Wasserstoff, während der Bedarf allein bis 2030 auf mehr als 100 Millionen Tonnen geschätzt wird. Deutschland wird voraussichtlich einen großen Teil des benötigten Wasserstoffs importieren, da die eigene Produktion aus erneuerbaren Energien begrenzt ist.
Der Kronprinz Mohammed bin Salman hat Saudi-Arabien mit der „Vision 2030“ auf eine Zeit nach dem Ölboom vorbereitet und die Produktion von grünem Wasserstoff in großem Maßstab angestoßen. Der mehrheitlich in Staatsbesitz befindliche Konzern Saudi Aramco setzt verstärkt auf blauen Wasserstoff aus Erdgas, während das Neom-Projekt im Königreich die Welt mit grünem Wasserstoff versorgen soll. Es wird erwartet, dass die Produktion 2026 startet und täglich 650 Tonnen grünen Wasserstoff liefert. Diese Projekte sollen Saudi-Arabien in die Lage versetzen, seine Rolle als Energieexporteur auch in einer Zukunft ohne fossile Brennstoffe zu sichern.
Einige Experten sehen in Saudi-Arabiens Initiativen einen potenziellen Wendepunkt für den Wasserstoffmarkt. Bisher scheitern viele Projekte an fehlender Investitionssicherheit und schwieriger Finanzierbarkeit, da hohe Preise und mangelnde Infrastruktur das Wachstum bremsen. Subventionen fließen nur langsam, was den Markthochlauf zusätzlich erschwert.
