Wasserstoff-Investitionen nehmen Fahrt auf
Unsicherheit bremst Nachfrage und Ausbau der Kapazitäten aus

Die Investitionen in Wasserstoffprojekte haben sich in den letzten 12 Monaten verdoppelt, wobei China eine führende Rolle einnimmt. Dennoch bleibt die installierte Kapazität gering, und die Nachfrage ist schwach, da die Branche weiterhin mit Unsicherheiten konfrontiert ist. Laut einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) vom Mittwoch führen diese Investitionsentscheidungen bis 2030 zu einer fünffachen Steigerung der derzeitigen Produktion von Wasserstoff mit niedrigen Emissionen. Mehr als 40 % dieser Investitionen entfallen auf China im letzten Jahr, was das schnelle Wachstum der Solarenergie übertreffen könnte.
Trotz des gesteigerten Interesses entsprechen die aktuellen Nachfrageziele nur einem Viertel der geplanten Produktionsprojekte. Der Fortschritt im Wasserstoffsektor reicht laut IEA jedoch nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Viele Projekte befinden sich noch in frühen Entwicklungsphasen und stehen vor zahlreichen Herausforderungen, darunter unsichere Nachfrageprognosen, finanzielle Hürden, Verzögerungen bei Anreizen, regulatorische Unklarheiten, Probleme bei Genehmigungen und betriebliche Schwierigkeiten.
Fatih Birol, der Exekutivdirektor der IEA, betonte, dass politische Entscheidungsträger und Entwickler die richtigen Werkzeuge finden müssen, um die Nachfrage zu stimulieren, Kosten zu senken und klare Regularien zu schaffen, die weitere Investitionen im Sektor unterstützen. Die weltweite Nachfrage nach Wasserstoff könnte im Jahr 2024 um rund 3 Millionen Tonnen ansteigen, wobei dieser Bedarf vor allem in der Raffinerie- und Chemieindustrie zu verzeichnen wäre. Allerdings sei dies eher auf allgemeine wirtschaftliche Entwicklungen zurückzuführen als auf erfolgreiche politische Maßnahmen.
Derzeit wird die Nachfrage größtenteils durch Wasserstoff gedeckt, der aus fossilen Brennstoffen ohne Emissionsminderung stammt. Wasserstoff mit niedrigen Emissionen spielt bisher nur eine marginale Rolle. Zudem bleiben technologische Herausforderungen und Kostendruck entscheidende Faktoren. Insbesondere Elektrolyseure, die für die Wasserstoffproduktion genutzt werden, verzeichnen durch steigende Preise und Engpässe in den Lieferketten Schwierigkeiten. Eine Kostenreduktion hängt maßgeblich von technologischen Fortschritten und der Realisierung von Skaleneffekten ab.
Das IEA betont, dass die Förderung nachhaltiger Wasserstoffprojekte und die Erreichung von Klimazielen eng miteinander verbunden sind. Klarheit bei der politischen Unterstützung, bei finanziellen Anreizen und in der Regulierung seien dabei entscheidend, um das volle Potenzial dieser Technologie auszuschöpfen.
