Russisches Urals-Öl für Indien erreicht Rekordpreis von 98,93 Dollar
Der höchste Stand seit Beginn der russischen Rohölexporte nach Indien im Jahr 2022.

Der Preis für russisches Urals-Rohöl, das an die Westküste Indiens geliefert wird, hat am Freitag einen Rekordwert von 98,93 US-Dollar pro Barrel erreicht. Dies ist der höchste Stand, seit Russland seine Ölexporte nach dem Einmarsch in die Ukraine Anfang 2022 verstärkt nach Indien umgeleitet hat. Die Daten stammen vom renommierten Energiemarkt-Analysehaus Argus Media.
Der Preis beinhaltet die Frachtkosten bis zu den indischen Häfen. Ausschlaggebend für den Anstieg war eine Ausweitung der US-amerikanischen Genehmigungen, die es bestimmten Ländern erlaubt, russisches Rohöl zu kaufen. Diese regulatorische Lockerung gab dem Preis zusätzlichen Auftrieb.
Abschlag gegenüber Brent auf Vier-Monats-Tief
Gleichzeitig schrumpfte der Preisabschlag des russischen Urals gegenüber der globalen Benchmark Dated Brent auf nur noch 4,80 Dollar pro Barrel. Das ist der niedrigste Rabatt seit mehr als vier Monaten und zeigt, wie stark russisches Öl auf dem indischen Markt an Attraktivität gewonnen hat. Für Indien, das zu einem der wichtigsten Abnehmer russischer Energieträger geworden ist, bedeutet dies steigende Importkosten.
Zusätzlich treiben die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten die weltweiten Ölpreise nach oben. Der Konflikt in der Region sorgt für Unsicherheit bei der Versorgungslage und befeuert damit die Rohstoffmärkte insgesamt. Russisches Öl profitiert in diesem Umfeld von der robusten Nachfrage asiatischer Abnehmer.
Seit dem westlichen Embargo infolge des Ukraine-Krieges hat Indien seine Rohölimporte aus Russland massiv ausgebaut. Indien ist heute neben China einer der größten Käufer russischer Energieträger und nutzt dabei traditionell den Preisvorteil gegenüber westlichen Ölsorten. Der schwindende Rabatt könnte diese Strategie künftig unter Druck setzen.
