Irak repariert Pipeline für Ölexporte zum Hafen Ceyhan
Bagdad umgeht Kurdistan: Eine 100-Kilometer-Pipeline soll Kirkuk-Öl direkt in die Türkei liefern.

Der Irak treibt die Modernisierung einer wichtigen Ölpipeline voran, die den direkten Export von Rohöl zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan ermöglichen soll. Der irakische Ölminister erklärte in einer am Montag veröffentlichten Videobotschaft, dass die Inspektion eines 100 Kilometer langen Pipeline-Abschnitts innerhalb einer Woche abgeschlossen werden soll. Besonders bedeutsam: Die Route verläuft dabei nicht durch die autonome Region Kurdistan.
Die Ölfelder rund um Kirkuk gehören zu den ergiebigsten im Irak und sind seit Jahrzehnten Gegenstand politischer Spannungen zwischen Bagdad und der Kurdischen Regionalregierung. Eine direkte Exportroute würde Bagdad deutlich mehr Kontrolle über die Einnahmen aus diesen Feldern verschaffen. Bislang verlief der Öltransport aus dieser Region über Leitungen, die durch kurdisch kontrolliertes Gebiet führen.
Strategische Bedeutung für den Ölmarkt
Der Hafen Ceyhan im Süden der Türkei ist einer der wichtigsten Ölumschlagplätze im östlichen Mittelmeerraum. Von dort aus wird Rohöl in alle Welt verschifft, insbesondere nach Europa und Asien. Eine funktionierende direkte Pipeline würde die irakische Exportkapazität erhöhen und die Abhängigkeit von politisch sensiblen Transitrouten verringern.
Für internationale Anleger und Ölmarktbeobachter ist die Entwicklung relevant, da der Irak zu den größten OPEC-Produzenten zählt. Jede Steigerung der irakischen Exportkapazität kann die globalen Ölpreise beeinflussen. Zuletzt standen die Energiemärkte ohnehin unter Beobachtung, da geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Versorgungssicherheit in Frage stellen.
