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Österreich verschärft Spritpreisregel: Was Tanken jetzt kostet

Preiserhöhungen an Tankstellen nur noch dreimal pro Woche – Österreich reagiert auf explodierende Rohölpreise infolge des Iran-Kriegs.

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Österreich verschärft Spritpreisregel: Was Tanken jetzt kostet

Österreich hat seine seit 2009 geltende Spritpreisverordnung verschärft. Statt einmal täglich dürfen Tankstellen die Preise künftig nur noch montags, mittwochs und freitags um 12.00 Uhr anheben. Preissenkungen bleiben dagegen jederzeit erlaubt – daran hat sich nichts geändert.

Hintergrund der Anpassung ist der sprunghafte Anstieg der Rohölpreise infolge des Iran-Kriegs. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer nannte als Beispiel einen Handelstag, an dem der Ölpreis innerhalb weniger Stunden von 90 auf 117 Dollar kletterte, bevor er wieder auf 90 Dollar fiel. Die neue Regelung soll vor allem Pendler und Gewerbetreibende vor solchen Preiskapriolen schützen.

Die staatliche Regulierungsbehörde E-Control, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums die offizielle Preisdatenbank betreibt, lieferte am ersten Geltungstag erste Daten. Am Sonntag hatten sich die Preise noch leicht entspannt: Diesel kostete im Landesdurchschnitt 1,939 Euro je Liter, Superbenzin 1,727 Euro. Zum Wochenbeginn zog der Median dann deutlich an – Diesel auf 1,988 Euro, Super auf 1,785 Euro, ein Plus von rund fünf Cent je Liter.

Preispuffer als Strategie der Tankstellenbetreiber

Jürgen Roth, Bundesobmann des Energiehandels in der Wirtschaftskammer, erklärte gegenüber dem ORF das Verhalten der Betreiber: "Sicherlich wird der eine oder andere – vor allem private – Anbieter auch einen Preispuffer miteinkalkuliert haben müssen, da er nicht weiß, wie sich die Preise in den nächsten 48 Stunden verhalten." Erst nach diesen 48 Stunden sei die nächste Preiserhöhung erlaubt.

Fachleute erwarten, dass die Preise bis Mittwoch wieder nachgeben werden. Tankstellenbetreiber dürften zunächst beobachten, wie die Konkurrenz in der unmittelbaren Umgebung reagiert – und dann mit Preisnachlässen antworten. Dieses Wettbewerbsmuster war bereits unter der alten Verordnung bekannt.

Kritiker stellen allerdings die berechtigte Frage, ob die Preissprünge durch die neue Regelung zwar seltener, dafür aber kräftiger ausfallen. Die ersten Beobachtungen von ORF-Reportern an Tankstellen südlich von Wien deuten auf deutliche Aufschläge zum Wochenstart hin – was die Befürchtungen zumindest teilweise bestätigt.

Politischer Streit um weitergehende Maßnahmen

Die Bundesregierung hatte zuvor über eine echte Preisbremse verhandelt. Die ÖVP favorisierte eine Mehrwertsteuersenkung zulasten des Steuerzahlers, die SPÖ forderte eine generelle Preisdeckelung. Zu einer Einigung kam es nicht – die Verordnungsanpassung ist das Ergebnis dieses Kompromissversuchs.

Hattmannsdorfer verwies darauf, dass auch die deutsche Bundesregierung ähnliche Schritte prüfe, was den österreichischen Ansatz legitimiere. Die Spritpreisverordnung war erst im Dezember 2025 um drei weitere Jahre verlängert worden. Für Anleger im Energiesektor bleibt die Lage volatil: Solange der Rohölpreis durch geopolitische Spannungen getrieben wird, sind regulatorische Eingriffe in weiteren europäischen Märkten nicht ausgeschlossen.

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