Ölpreise steigen: Nahost-Konflikte treffen Fluggesellschaften hart
Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten treiben Rohölpreise auf höchste Stände seit August 2022.

Anhaltende Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten haben die Rohölpreise deutlich nach oben getrieben. Betroffen waren ein Ölfeld im Irak sowie ein Gasfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Besonders alarmierend: Ein Tanker vor der Küste von Fudschaira wurde von einem Projektil getroffen, woraufhin die VAE die Ölverladungen im dortigen Hafen am Dienstagmorgen vorübergehend einstellten.
Die Brent-Rohöl-Futures reagierten mit einem Anstieg von 3,2 Prozent und schlossen bei 103,42 US-Dollar pro Barrel – der höchste Schlussstand seit August 2022. Die US-Referenzsorte WTI legte um 2,9 Prozent auf 96,21 US-Dollar pro Barrel zu. Für Verbraucher in den USA macht sich das bereits deutlich bemerkbar: Der landesweite Dieselpreis kletterte auf 5,04 US-Dollar pro Gallone, ein Anstieg von 38 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der durchschnittliche Benzinpreis lag laut dem Automobilclub AAA bei 3,79 US-Dollar pro Gallone.
Fluggesellschaften zwischen Nachfrageboom und Kostendruck
Trotz steigender Treibstoffkosten legten Aktien von Fluggesellschaften deutlich zu. Auslöser waren angehobene Umsatzprognosen für das erste Quartal. Delta Air Lines betonte ausdrücklich, dass der Nahost-Konflikt die Nachfrage nach Flugreisen bislang nicht beeinträchtigt habe. Die Delta-Aktie stieg um 6,6 Prozent und gehörte damit zu den drei stärksten Titeln im S&P 500.
American Airlines verbuchte ebenfalls ein Plus von 3,5 Prozent. Dennoch warnten die Fluggesellschaften vor den Folgen der gestiegenen Kerosinpreise. Höhere Treibstoffkosten belasten direkt das Nettoergebnis und könnten die positiven Umsatzeffekte teilweise aufzehren. Für Anleger bleibt die Entwicklung der Ölpreise damit ein entscheidender Faktor bei der Bewertung von Airline-Aktien.
Für europäische und deutsche Investoren ist die Lage besonders relevant: Der in Euro gehandelte Ölpreis und die Abhängigkeit europäischer Fluggesellschaften wie Lufthansa von Kerosin machen ähnliche Entwicklungen auch hierzulande wahrscheinlich. Steigende Energiepreise infolge geopolitischer Spannungen bleiben ein zentrales Risiko für Aktienportfolios mit Exposure im Energie- und Transportsektor.
