Öl-CEOs warnen Trump vor weiterer Eskalation der Energiekrise
Exxon, Chevron und ConocoPhillips drängen Washington zur Deeskalation – Ölpreis springt auf 99 Dollar.

Die Chefs der größten US-Ölkonzerne haben die Trump-Regierung eindringlich vor einer weiteren Verschärfung der globalen Energiekrise gewarnt. In einer Reihe von Treffen im Weißen Haus sowie in Gesprächen mit Energieminister Chris Wright und Innenminister Doug Burgum äußerten die CEOs von Exxon Mobil, Chevron und ConocoPhillips tiefe Besorgnis über die anhaltenden Störungen in der Straße von Hormus.
Darren Woods (Exxon Mobil), Mike Wirth (Chevron) und Ryan Lance (ConocoPhillips) betonten, dass die Blockaden in der strategisch wichtigen Meerenge weiterhin für erhebliche Volatilität auf den globalen Energiemärkten sorgen. Besonders alarmierend: Exxon-Chef Woods warnte, die Ölpreise könnten noch deutlich weiter steigen, sollten Spekulanten bei einem knapper werdenden Angebot an raffinierten Produkten die Preise zusätzlich nach oben treiben.
Die Entwicklung an den Ölmärkten gibt den Warnungen Nachdruck. Während der Rohölpreis am Mittwoch noch bei 87 US-Dollar pro Barrel notierte, kletterte er bis Freitag bereits auf 99 US-Dollar – ein Anstieg von rund 14 Prozent innerhalb weniger Tage. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeutet dies steigende Energiekosten und erhöhten Inflationsdruck.
Trumps Regierung prüft kurzfristige Gegenmaßnahmen
Präsident Trump selbst nahm nicht an den Gesprächen teil. Laut dem Wall Street Journal prüft seine Administration derzeit mehrere Maßnahmen, um den Preisdruck zu dämpfen:
- Lockerung der Sanktionen gegen russisches Öl
- Freigabe strategischer Erdölreserven der USA
- Erhöhung der Ölimporte aus Venezuela
Branchenvertreter zeigten sich jedoch skeptisch gegenüber der Wirksamkeit dieser Schritte. Eine dauerhafte Stabilisierung der globalen Energiemärkte sei nach Ansicht der Industrie nur durch eine Wiederöffnung der Straße von Hormus zu erreichen – durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports fließen.
Die Warnungen der Öl-CEOs unterstreichen die wachsende Sorge vor einer anhaltenden Verknappung von Treibstoffen und einer weiteren Destabilisierung der globalen Versorgungslage. Andere Nachrichtenagenturen wie Reuters konnten die Details der Gespräche bislang nicht unabhängig verifizieren – das Wall Street Journal berichtete exklusiv.
