Ölpreise stagnieren nach Anstieg der US-Benzinbestände
OPEC+ verschiebt Treffen, Nachfrage in USA und China bleibt schwach

Die Ölpreise blieben am Donnerstag stabil, nachdem die Benzinbestände in den USA überraschend gestiegen waren und das Treffen der OPEC+ zur Festlegung der Förderpolitik vom 1. Dezember auf den 5. Dezember verschoben wurde. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 8 Cent auf 72,91 US-Dollar pro Barrel, während die US-amerikanischen West Texas Intermediate (WTI)-Futures um 7 Cent auf 68,79 US-Dollar zulegten. Der Handel war aufgrund des Feiertags Thanksgiving in den USA gering.
Die OPEC+, ein Zusammenschluss der Organisation erdölexportierender Länder und verbündeter Staaten wie Russland, verschob das Treffen, um Überschneidungen mit einer anderen Veranstaltung zu vermeiden. Die Gruppe, die etwa die Hälfte des weltweit geförderten Öls produziert, hält seit Längerem an Produktionskürzungen fest, um die Preise in einer Phase schwacher globaler Nachfrage zu stützen. Wiederholt wurden Pläne zur Rücknahme dieser Kürzungen verschoben. Quellen aus der OPEC+ berichten, dass am 5. Dezember erneut über eine mögliche weitere Verschiebung der ursprünglich für Januar geplanten Fördererhöhungen diskutiert werde.
Bereits jetzt seien solche Verschiebungen weitgehend in die Preise eingepreist, erklärte Suvro Sarkar von der DBS Bank. Die Unsicherheit liege lediglich in der Frage, ob es sich um eine Verzögerung von einem Monat, drei Monaten oder länger handele.
Die gestiegenen Benzinbestände in den USA hatten ebenfalls einen dämpfenden Effekt auf die Ölpreise. Laut der US-Energiebehörde EIA wuchsen die Vorräte in der Woche bis zum 22. November um 3,3 Millionen Barrel, während Experten zuvor einen leichten Rückgang erwartet hatten. Dies geschah trotz der bevorstehenden Feiertagsreisen, die üblicherweise mit einer erhöhten Nachfrage nach Treibstoff einhergehen.
Darüber hinaus drückt die verlangsamte Nachfrageentwicklung in den größten Verbrauchsmärkten, den USA und China, weiter auf die Ölpreise. In diesem Jahr haben Brent und WTI mehr als 3 % ihres Wertes allein in der aktuellen Woche verloren. Zusätzlich belastet ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah, das am Mittwoch in Kraft trat, die Preise, da es die Sorge vor einer Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Nahen Osten verringert hat. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass Unsicherheit über die Stabilität des Waffenstillstands bleibt.
Dennoch argumentieren Experten von Goldman Sachs und Morgan Stanley, dass die Ölpreise derzeit unterbewertet seien. Sie verwiesen auf ein Defizit am Markt und potenzielle Risiken für das iranische Angebot, das durch mögliche Sanktionen unter der künftigen US-Regierung weiter eingeschränkt werden könnte.
