ANZEIGE

Ölpreise steigen nach Eskalation im Ukraine-Konflikt

Nachfrageprognosen aus China und globale Überschussprognosen belasten die Märkte

2 Min
Ölpreise steigen nach Eskalation im Ukraine-Konflikt

Ölpreise sind am Montag gestiegen, nachdem sich die Kämpfe zwischen Russland und der Ukraine am Wochenende intensiviert hatten. Gleichzeitig belasteten jedoch Bedenken über die Kraftstoffnachfrage in China sowie Prognosen eines weltweiten Ölüberschusses die Märkte. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 55 Cent oder 0,8 % auf 71,59 US-Dollar pro Barrel, während die US-amerikanischen West Texas Intermediate (WTI) Futures um 43 Cent oder 0,6 % auf 67,45 US-Dollar pro Barrel kletterten.

Am Sonntag führte Russland den größten Luftangriff auf die Ukraine seit fast drei Monaten durch, wodurch erhebliche Schäden am ukrainischen Stromnetz verursacht wurden. In einer markanten Wende der US-Politik im Ukraine-Russland-Konflikt hat die Regierung von Präsident Joe Biden der Ukraine erlaubt, mit US-gefertigten Waffen tief in russisches Gebiet vorzudringen. Laut zwei US-Beamten und einer informierten Quelle wurde diese Entscheidung am Sonntag getroffen. Der Kreml erklärte am Montag, dass ein solcher Schritt eine direkte Beteiligung der Vereinigten Staaten am Konflikt bedeute, und warf der Biden-Administration vor, den Krieg zu eskalieren.

Laut Tony Sycamore, Analyst bei IG Markets, könnte die Erlaubnis, russische Ziele mit Langstreckenraketen anzugreifen, geopolitische Spannungen erhöhen und sich auf die Ölpreise auswirken. Diese Eskalation stehe auch im Zusammenhang mit dem Eingreifen nordkoreanischer Truppen. Saul Kavonic, Energieanalyst bei MST Marquee, betonte, dass bisher kaum Auswirkungen auf russische Ölexporte sichtbar seien. Sollten jedoch ukrainische Angriffe auf russische Öl-Infrastruktur zunehmen, könnten die Ölpreise weiter steigen.

Mehrere Raffinerien in Russland mussten laut Branchenquellen den Betrieb einstellen oder drosseln. Gründe dafür seien Exportbeschränkungen, steigende Rohölpreise und hohe Finanzierungskosten. Gleichzeitig belasteten schwache Wirtschaftsdaten aus China den Markt. Die dortige Rohölverarbeitung sank im Oktober um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahr, und das Wachstum der Industrieproduktion verlangsamte sich ebenfalls.

Zusätzlich prognostizierte die Internationale Energieagentur, dass das weltweite Ölangebot bis 2025 die Nachfrage um mehr als eine Million Barrel pro Tag übersteigen werde, selbst wenn die derzeitigen Förderkürzungen der OPEC+ beibehalten werden. Diese Vorhersagen sowie Unsicherheiten über die Zinspolitik der US-Notenbank trugen zur Nervosität an den Finanzmärkten bei. Investoren zeigten sich besorgt über den Zeitpunkt und das Ausmaß künftiger Zinssenkungen, die potenziell erhebliche Auswirkungen auf die globale Wirtschaft und die Ölmärkte haben könnten.

ÖlÖlpreisRusslandUkraineKriegChina

Meistgelesene News

  1. Millennium Silver leitet Drohnenvermessung bei Nevada-Silberprojekt ein
  2. Mais-Futures unter Druck: Dollarstärke und Rekordernte belasten die Preise
  3. Geheimmission auf dem Bosporus: Schattenflotte-Tanker mit russischem Öl unterwegs
  4. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  5. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte

Disclaimer