Rekordinvestitionen in Norwegens Öl- und Gasprojekte
Inflationsbedingte Kostensteigerungen treiben Entwicklungsprojekte auf Höchstniveau

Investitionen in Norwegens Öl- und Gassektor erreichen dieses Jahr ein Rekordniveau und könnten im Jahr 2025 weiter ansteigen, wie eine Umfrage des norwegischen Statistikamts (SSB) am Donnerstag zeigte. Die Inflation treibt die Kosten für die Entwicklung neuer Felder in die Höhe und trägt so maßgeblich zum Investitionsanstieg bei. In den vergangenen Jahren genehmigte Norwegen eine Reihe neuer Ölfelder, da Unternehmen pandemiebedingte Steuervergünstigungen nutzten, um Projekte schneller voranzutreiben. Dies ist Teil einer nationalen Strategie, die Förderung von Öl und Gas noch über Jahrzehnte hinweg sicherzustellen.
Der größte Wirtschaftssektor des Landes prognostiziert für das Jahr 2024 Investitionen in Höhe von 256,1 Milliarden norwegischen Kronen (etwa 22,9 Milliarden US-Dollar). Damit liegt die Prognose fast auf dem Niveau der Schätzung von 257 Milliarden Kronen, die im August veröffentlicht wurde. Die erwarteten Investitionen übersteigen den bisherigen Rekordwert von 224 Milliarden Kronen aus dem Jahr 2014 deutlich. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 lagen die Investitionen bei 215 Milliarden Kronen, wie SSB berichtet.
Für das Jahr 2025 wurden die vorläufigen Investitionsschätzungen auf 252,6 Milliarden Kronen angehoben. Im August waren die Investitionen noch auf 240 Milliarden Kronen geschätzt worden. Dieser Wert liegt um 20 Milliarden Kronen höher als die entsprechende Vorjahresschätzung für 2024. Dies deutet darauf hin, dass auch im Jahr 2025 ein neues Rekordniveau erreicht werden könnte, da die Schätzungen üblicherweise steigen, wenn Unternehmen ihre Ausgabenpläne konkretisieren.
SSB berichtete, dass einige Ölunternehmen signifikant höhere Kosten für bestimmte Entwicklungsprojekte im Jahr 2025 erwartet hätten, ohne jedoch genauere Angaben zu den betroffenen Feldern zu machen. Trotz der steigenden Investitionen und Kosten wird dies laut der Statistikbehörde voraussichtlich nur begrenzt zu einer erweiterten Produktionskapazität führen, die über die ursprünglich geplante hinausgeht.
Der norwegische Öl- und Gassektor steht jedoch stark in der Kritik von Umweltaktivisten und anderen Gruppen, die besorgt sind, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe zum Klimawandel beiträgt. Obwohl Norwegen das Pariser Klimaabkommen unterstützt und das globale Ziel einer schrittweisen Abkehr von fossilen Energieträgern teilt, argumentiert die Regierung, dass die Welt noch viele Jahre Zugang zu Öl und Gas benötigen wird.
